Als einem Mädchen (11) keiner glaubt, dass sie missbraucht wird, nimmt sie alles auf

Trentola-Ducenta (Italien) - Der italienische Priester Michele Mottola (59) soll mehrmals ein heute elfjähriges Mädchen missbraucht haben. Glauben wollte dem Kind niemand, bis es die Vergewaltigungen mit ihrem Handy aufnahm und so ihren mutmaßlichen Peiniger überführte.

Das Mädchen nahm die Missbräuche mit ihrem Handy auf. (Symbolbild)
Das Mädchen nahm die Missbräuche mit ihrem Handy auf. (Symbolbild)  © 123RF/Artit Oubkaew

Zwar gibt es keine Video-Aufnahmen von den schlimmen Übergriffen auf das 11-jährige italienische Mädchen, aber dafür sehr detaillierte Tonspuren, die das Kind bei den Vergewaltigungen mit seinem Handy aufnahm.

Diese reichten schließlich aus, um den Priester Michele Mottola (59) zu verhaften, so "Newsweek".

Jetzt wird das Mädchen in der italienischen Gemeinde Trentola-Ducenta als kleine Heldin gefeiert. Schließlich gehört jede menge Mut dazu, den eigenen Missbrauch zu dokumentieren und anderen Menschen davon zu erzählen.

Wie "Church Militant" berichtet, soll sich der Priester Michele Mottola seit seinem Amtsantritt 2017 an dem kleinen Mädchen vergangen haben. Da war sie erst zehn Jahre alt.

Sie erzählte sogar mehreren Gemeindemitgliedern von den sexuellen Übergriffen des Priesters, damit diese ihr helfen.

Aber niemand wollte ihr glauben.

Niemand traute Priester Michele Mottola solche Taten zu

Michele Mottola (59) soll regelmäßig ein kleines Mädchen vergewaltigt haben.
Michele Mottola (59) soll regelmäßig ein kleines Mädchen vergewaltigt haben.  © Screenshot/Twitter/NayEnDigital

Auch ihre eigene Mutter nahm sie nicht für voll, als sie ihr von den Missbräuchen erzählte, und stellte sich auf die Seite des 59-jährigen Priesters.

Also beschloss das kleine Mädchen Beweise zu sammeln und begann mit den Aufnahmen.

Auf denen ist neben dem Mädchen ein Mann zu hören, von dem vermutet wird, dass es sich um den beschuldigten Priester handelt.

Unter anderem fordert er das Kind dazu auf, ihn zu küssen, sich (vermutlich nach dem Missbrauch) abzuwischen und vieles mehr. Sie hingegen versucht ihn verzweifelt zu stoppen.

Aber er hörte nicht auf. Auch nicht als das Kind dem mutmaßlichen Vergewaltiger sagte, es hätte Gemeindemitgliedern von den Misshandlungen erzählt. Darauf antwortete er nur, sie solle nicht lügen.

Dann endlich glaubte man ihr, dank der Beweise, doch. Die verstörenden Aufnahmen wurden an die Presse weitergeleitet und der italienische Politik-Fernsehsender "Le Iene" spielte diese aus.

Die Staatsanwaltschaft reagierte und gab einen Haftbefehl gegen den Priester raus. Seit seiner Festnahme befindet sich der mutmaßliche Vergewaltiger Michele Mottola in Haft.

Ob es sich bei den Aufnahmen tatsächlich um den Priester handelt, wurde noch nicht bestätigt.

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