Prinz Charles in Kunstskandal verwickelt: Falscher Monet im Herrenhaus

London (Großbritannien) - Prinz Charles (70) soll über viele Jahre gefälschte Kunst in dem Hauptsitz seiner Wohltätigkeitsorganisation "Prince's Foundation" ausgestellt haben. Bekannt wurde der Fall, als am Freitag der ehemalige amerikanische Kunstfälscher Tony Tetro (69) behauptete, er hätte die Bilder selbst gemalt.

Die Wohltätigkeitsorganisation von Prinz Charles (70) wurde in einen Kunstskandal verwickelt. (Archivbild)
Die Wohltätigkeitsorganisation von Prinz Charles (70) wurde in einen Kunstskandal verwickelt. (Archivbild)  © dpa/PA Wire/Adam Davy

Dass seine Replikationen in dem Hauptsitz der Wohltätigkeitsorganisation "Prince's Foundation" hängen, erfuhr Tony Tetro (69) selbst erst vor Kurzem und ging an die Presse.

Unter anderem habe der amerikanische Kunstfälscher ein Bild von Seerosen des weltberühmten Künstlers Claude Monet nachgemalt und es dem Geschäftsmann James Stunt (37) verkauft, so der Künstler.

Dieser gab es dann an die Wohltätigkeitsorganisation von Prinz Charles als Leihgabe weiter, so die "Daily Mail".

Über viele Jahre hinweg hing das für den Nicht-Kenner täuschend echte Kunstwerk im Wert von umgerechnet etwa 58 Millionen Euro im "Dumfries House", einem der Herrenhäuser des britischen Thronfolgers.

Jetzt behauptete der wegen Kunstfälschung vorbestrafte Tony Tetro, er hätte nicht nur Monets Seerosen gemalt, sondern auch noch ein Bild von Dali und ein weiteres von Picasso kopiert.

Alle drei Kunstwerke befanden sich bis zuletzt als Leihgabe im Besitz der "Prince's Foundation".

James Stunt soll wissentlich gefälschte Kunst als Originale ausgegeben haben

Der ehemalige Kunstfälscher Tony Tetro (69) behauptet er hätte die Kunstwerke gemalt und an James Stunt verkauft. (Archivbild)
Der ehemalige Kunstfälscher Tony Tetro (69) behauptet er hätte die Kunstwerke gemalt und an James Stunt verkauft. (Archivbild)  © Screenshot/Twitter/TonyTetro

Tony Tetro arbeitet schon lange nicht mehr als Kunstfälscher, sondern stellt mittlerweile ganz legal Replikationen für Privatpersonen her.

"Du kannst deine Freunde mit meinen Bildern beeindrucken, dein Zuhause mit ihnen dekorieren, aber sie würden nie eine Expertenprüfung bestehen", so der Künstler selbst.

Auch der Geschäftsmann James Stunt (37), der ihm die Bilder abkaufte, soll gewusst haben, dass es sich bei den Gemälden um nachgemalte Kunst von Tony Tetro selbst handele und nicht um echte Kunst von Moet, Picasso und Dali.

Das bestreitet dieser natürlich."All mein Zeug ist echt", so der Geschäftsmann. In dem Darlehensvertrag zwischen James Stund und der Wohltätigkeitsorganisation von Prinz Charles wurden die geliehenen Gemälde mit umgerechnet etwa 121 Millionen Euro bewertet.

"Dumfries House nimmt von Zeit zu Zeit Kunstwerke von Einzelpersonen und Organisationen als Leihgabe an", so ein Sprecher der Foundation. "Es ist äußerst bedauerlich, dass die Echtheit dieser besonderen Gemälde, die nicht mehr ausgestellt sind, jetzt in Frage gestellt zu werden scheint."

Gewusst hat die Wohltätigkeitsorganisation nicht, dass es sich nicht um die echten Kunstwerke handele. Insgesamt hatten sie sich 17 Kunstwerke geliehen. Mittlerweile wurden alle abgehängt und an den Geschäftsmann übergeben.

James Stunt (39) behauptet seine Kunstwerke seien alle echt.
James Stunt (39) behauptet seine Kunstwerke seien alle echt.  © Unsplash/Beata Ratuszniak

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