Probearbeit! Agentur testet Qualifikation von Flüchtlingen

Der Afghane Sha Kah Ahmadi (l.) und der Inder Singh Satwinder feilen in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Dresden an Metallwerkstücken.
Der Afghane Sha Kah Ahmadi (l.) und der Inder Singh Satwinder feilen in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Dresden an Metallwerkstücken.

Dresden - Sachsen will Asylbewerber so früh wie möglich an den Arbeitsmarkt heranführen und herausfinden, über welche beruflichen Kompetenzen und Fähigkeiten sie verfügen.

Etwa 100 Flüchtlinge beteiligen sich nach Angaben der sächsischen Regionaldirektion der Arbeitsagentur bereits an dem Projekt "Perspektiven für Flüchtlinge".

Dabei arbeiten die Asylsuchenden für einige Wochen in sächsischen Betrieben, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Am Ende soll es für jeden Teilnehmer einen Plan mit weiteren Schritten auf dem Weg in Arbeit geben.

Erste Erkenntnisse aus den Betrieben seien sehr positiv, hieß es von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Dresden. Sie betreut die Flüchtlinge in der Landeshauptstadt bei der Maßnahme. "Sie sind höflich, wissbegierig und wollen viel lernen", sagte die stellvertretende Leiterin Ingrid Halbhuber.

Ausbilder Peter Haubold erklärt Singh Satwinder den nächsten Arbeitsschritt.
Ausbilder Peter Haubold erklärt Singh Satwinder den nächsten Arbeitsschritt.

Probleme macht in den Kursen und bei der Probearbeit aber häufig noch die deutsche Sprache. "Die Maßnahme ist kein Deutschkurs", sagte Halbhuber.

Zwar gehört zu dem Kurs ein wenige Sprachunterricht, doch das könne einen richtigen Deutschkurs nicht ersetzen. Die Arbeitsagentur verlange, den gesamten Kurs auf Deutsch abzuhalten. "Dafür verstehen die Flüchtlinge häufig einfach zu wenig." Halbhuber fordert, der Maßnahme einen intensiven Deutschkurs voranzustellen.

In einem Dresdner Fitnessstudio arbeitet ein libanesischer Flüchtling zur Probe. "Er macht das sehr gut und ist hochmotiviert", berichtete Inhaber Peter Weller.

Der Libanese habe vor seiner Flucht in Beirut in einem Fitnessstudio als Trainer gearbeitet. Weil er keine in Deutschland gültige Trainerlizenz habe, könne er aber noch nicht direkt mit Kunden arbeiten. Trotzdem kann sich Weller vorstellen, den jungen Mann weiter zu beschäftigen.

"Wenn sein Deutsch noch besser wird, spricht da nichts dagegen."

Fotos: dpa


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