Probleme einen Termin beim Arzt zu kriegen? Das könnte sich jetzt ändern!

Hamburg/Berlin - Weniger Terminfrust für Kassenpatienten: Der Bundesrat hat am Freitag den Weg für mehrere Vorhaben der großen Koalition freigemacht, von denen Millionen Bürger profitieren sollen.

Jens Spahn (CDU, links), Bundesgesundheitsminister, und Thomas Dörflinger (CDU) hören während einer Diskussion zum Thema Notfallsanitäter einem Redner zu.
Jens Spahn (CDU, links), Bundesgesundheitsminister, und Thomas Dörflinger (CDU) hören während einer Diskussion zum Thema Notfallsanitäter einem Redner zu.  © DPA

Für gesetzlich Krankenversicherte dürfte dabei der Blick auf mehr Unterstützung bei der Terminfindung bei Fachärzten aktuell am spannendsten sein. Wer nicht privat versichert ist, muss bisher meist lange Wartezeiten für Arzttermine in Kauf nehmen – sowohl in Großstädten wie Hamburg als auch auf dem Land wie in Schleswig Holstein.

Wo eigentlich jeder einen zeitnahen Termin bei Hausärzten in Anspruch nehmen kann, war das Warten auf einen Termin bei Spezialisten und Fachärzten bisher oftmals lang, wenn nicht sogar aussichtslos.

Doch ein gerade auf den Weg gebrachtes Gesetz, dessen Abkürzung eher nach einem Sportverein als nach einer Idee von CDU-Politiker Jens Spahn klingt, soll jetzt Abhilfe schaffen:

Das "TSVG", kurz für "Terminservice- und Versorgungsgesetz", soll Millionen Patienten zu kürzeren Wartezeiten auf (Fach-)Arzttermine helfen.

Wo die Mediziner selbst häufig von einem gefühlten Problem sprachen, könnte der Politik nun ein tatsächlicher Vorstoß gegen den Wartefrust vieler kassenversicherter Patienten gelungen sein.

Endlich Termine statt endlosem Wartefrust?

Hat der Wartefrust bei Arztterminen für Kassenpatienten bald ein Ende?
Hat der Wartefrust bei Arztterminen für Kassenpatienten bald ein Ende?

Der Bundesrat hat am heutigen Freitag zahlreiche Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger in Angriff genommen, was bedeutet, dass sich auch beim Thema Arzttermine bald einiges zum Positiven verändern könnte:

Damit Kassenpatienten also wirklich größere Chancen auf schnellere Termine bekommen, müssen Praxisärzte ab jetzt mindestens 25 statt 20 Stunden in der Woche für gesetzlich Versicherte anbieten.

Zudem sollen Ärzte zusätzlich angespornt werden, mehr Termine an Kassenpatienten zu vergeben: Bei Augenärzten, Frauenärzten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten muss es mindestens fünf Stunden als offene Sprechstunde ohne feste Termine geben.

Außerdem bekommt ein Hausarzt künftig einen Zuschuss von mindestens zehn Euro extra, wenn er oder sie Patienten einen dringenden Facharzttermin vermittelt. Damit kriegt der behandelnde Facharzt eine Vergütung außerhalb seines Praxis-Budgets.

Dasselbe gilt für Leistungen, die in den offenen Sprechstundenzeiten erbracht werden.

Terminvereinbarung wird endlich digital

Durch das neue Gesetz für eine schnelle Vereinbarung von Arztterminen könnten bald schon mehr Termine über das Internet vergeben werden.
Durch das neue Gesetz für eine schnelle Vereinbarung von Arztterminen könnten bald schon mehr Termine über das Internet vergeben werden.  © DPA

Doch der Vorstoß durch das neue Gesetz, das nächsten Monat in Kraft treten soll, geht noch weiter:

Zwar gab es bereits seit 2016 sogenannte "Terminservicestellen" der Kassenärztlichen Vereinigungen, zu denen angekündigt war, dass sie telefonisch innerhalb von vier Wochen Termine bei Fachärzten vermitteln. Doch in der Praxis scheint das System noch nicht zu allen Kassenpatienten durchgedrungen zu sein – oder es hat einfach nicht genug gegriffen.

Die telefonische Vermittlung über die Servicestellen für Arzttermine, die in allen Bundesländern bisher unterschiedlich gearbeitet haben, soll bis Anfang 2020 deshalb massiv ausgebaut werden:

Sie sollen bundesweit unter der Telefonnummer 116 117 täglich rund um die Uhr erreichbar sein – und auch über das Internet oder über eine App für Smartphones.

Bisher gab es im Internet eigentlich ausschließlich private Werbe-Plattformen wie "Jameda" oder das Netzwerke wie "doctolib", über die Ärzte online Termine an Patienten vergeben konnten. Auch hier könnte sich mit einem erweiterten Angebot der Terminvergabestellen also bald etwas in Sachen Service zum Positiven verändern.

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