Politik-Professor erklärt, warum die "Großen" um Dresden einen Bogen machen

Der Dresdner Politik-Professor Werner J. Patzelt meint, "Nirgendwo gibt es ein so sicher protestierendes auftretendes Netzwerk an über Merkel & Co.-Empörten wie in Dresden."
Der Dresdner Politik-Professor Werner J. Patzelt meint, "Nirgendwo gibt es ein so sicher protestierendes auftretendes Netzwerk an über Merkel & Co.-Empörten wie in Dresden."  © DPA

Dresden - Beim „Filtern“ der Wahlkampf-Termine fällt auf: Sowohl die Kanzlerin als auch ihr Herausforderer von der SPD machen einen Bogen um Dresden.

Da fragt man sich: Haben die beiden Angst vor hässlichen Bildern? Ist Dresden zur „No-go-Area“ für bundespolitische Großveranstaltungen geworden? Der Dresdner Politik-Professor Werner J. Patzelt meint dazu:

„Vielleicht ist es ja nur scheinbar so, dass die Kanzlerin und ihr Herausforderer im Wahlkampf einen Bogen um Dresden machen. Gründe dafür gäbe es.

Nirgendwo in Deutschland wurde nämlich so früh, so laut und mit so starkem Medienecho die im Herbst 2015 auf reine Passivität hinauslaufende Zuwanderungspolitik Deutschlands kritisiert, also gerade das jetzt kunstvoll beschwiegene innenpolitische Kernthema zum öffentlichen Meinungsgegenstand gemacht.

Nirgendwo gibt es auch ein so sicher protestierendes, auch so lautstark auftretendes Netzwerk an über Merkel & Co.-Empörten wie in Dresden. Es wäre deshalb schon verständlich, wenn Spitzenpolitiker sich solchen Auftrittsstress samt üblen Bildern nicht antun wollten.

Doch weder Helmut Kohl noch Helmut Schmidt, weder Franz Josef Strauß noch Herbert Wehner kniffen je vor Straßendemonstranten. Genau daran sollte man sich weiterhin ein Vorbild nehmen.“


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0