Kommentar: So schafft sich der Profifußball auf Dauer ab!

Dresden - Immer abgehobener, immer weiter von der Basis entfernt! So lauten seit Jahren die Vorwürfe vieler Fans gegen die Gier im Profifußball.

Soll laut Football Leaks eine europäische Super League hinter dem Rücken der UEFA mit vorangetrieben haben: Karl-Heinz Rummenigge.
Soll laut Football Leaks eine europäische Super League hinter dem Rücken der UEFA mit vorangetrieben haben: Karl-Heinz Rummenigge.  © DPA

Nun haben die Kritiker weitere Nahrung erhalten - und nicht zu knapp!

Der FC Bayern München widerspricht zwar den Enthüllungen von Football Leaks und dem Spiegel, doch anscheinend gibt es handfeste Beweise gegen Karl-Heinz Rummenigge und die Münchner Machenschaften, die eine neue "Luxusliga" zur Folge haben sollen.

Wirklich überraschend ist es dabei nicht, dass hinter den Kulissen eine neue Eliteliga geplant wird. Gerüchte gab es darüber in den letzten Jahren immer wieder.

Und einer gewissen Logik folgen diese Pläne: Denn im Profifußball geht es mittlerweile um Milliardenbeträge.

Die Gier der großen Vereine, einander zu überbieten und die besten Spieler der Welt für immer größere Beträge zu verpflichten, weil der Markt das hergibt, sorgt für schwindelerregende Summen, die weder Fans noch die Basis nachvollziehen können.

Die Maßlosigkeit ist offensichtlich grenzenlos und das korrupte System nur schwer zu durchschauen.

Es geht nur noch darum, immer mehr Geld zu verdienen und immer besser dotierte Fernsehverträge zu bekommen. Mittlerweile besteht der Profifußball zudem auch aus viel Show, das Spiel wird mitunter zur Nebensache.

Droht in Zukunft eine leere Allianz Arena, wenn der FC Bayern München und die anderen reichen Vereine sich immer weiter von der Basis entfernen?
Droht in Zukunft eine leere Allianz Arena, wenn der FC Bayern München und die anderen reichen Vereine sich immer weiter von der Basis entfernen?  © DPA

Eine schleichende Entwicklung, die bedenklich stimmt. Denn wird diese Blase, in der die reichen Vereine und die mächtigen Bosse sich anscheinend befinden, nicht irgendwann platzen und den ganzen Profifußball mit in den Abgrund ziehen?

Noch ist es dazu nicht gekommen, weil Fußball in Deutschland einen zu hohen Stellenwert hat und genügend Fans noch mitmachen.

In Deutschland macht sich allerdings ein leichter Rückgang der Zuschauerzahlen bemerkbar, wogegen die Vereine nun anzukämpfen versuchen.

Denn ohne Fans gibt es keine Stimmung in den Stadien, was bei Geisterspielen immer wieder offenkundig wird.

Damit würde dem Fußball das Salz in der Suppe fehlen - und das ist nun wirklich nicht im Interesse der Vereine.

Die Zahl der kritischen Zuschauer wird nach diesen Enthüllungen und denen, die in den kommenden Wochen noch folgen werden, zunehmen und den Fußball hoffentlich zum Umdenken bewegen.

Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Dafür müsste die Blase wohl erst platzen, bevor sich grundlegend etwas ändert.

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