Promis zum "Lindenstraße"-Aus: "Irgendwann ist etwas auch mal auserzählt"

Berlin/Köln - Das Aus für den Dauerbrenner "Lindenstraße" war auch auf der Bambi-Verleihung in Berlin ein großes Thema und hat bei der anwesenden Prominenz für unterschiedliche Reaktionen gesorgt.

Ein Bild aus frühen "Lindenstraßen"-Tagen (1986): Helga Beimer (Marie-Luise Marjan, hinten rechts) mit ihrem ersten Mann Hans (Joachim Hermann Luger, l) und ihren Kindern (l-r) Marion (Ina Bleiweiß), Benny (Christian Kahrmann) und Klausi (Moritz A. Sachs)
Ein Bild aus frühen "Lindenstraßen"-Tagen (1986): Helga Beimer (Marie-Luise Marjan, hinten rechts) mit ihrem ersten Mann Hans (Joachim Hermann Luger, l) und ihren Kindern (l-r) Marion (Ina Bleiweiß), Benny (Christian Kahrmann) und Klausi (Moritz A. Sachs)  © DPA

"Es ist eine Institution. Es war die erste Serie, die es in dieser Form gab. Aber irgendwann ist etwas auch mal auserzählt", sagte Schauspieler Heino Ferch (55). Die ARD-Serie wird im März 2020 eingestellt - nach 34 Jahren.

"Mein Vater hat damals alle Folgen auf Videorecorder aufgenommen. Ich hätte ihn wahrscheinlich sehr stolz gemacht, wenn ich dort mal mitgespielt hätte. Diesen Wunsch kann ich ihm leider jetzt nicht mehr erfüllen", erklärte Oliver Wnuk (42, "Stromberg").

"The Voice of Germany"-Moderator Thore Schölermann (34), der mehrere Jahre in der mittlerweile eingestellten Soap "Verbotene Liebe" mitgespielt hat, denkt vor allem an die Schauspieler und Mitarbeiter der Serie. "Das ist ja eine Produktion ähnlich einem Großunternehmen. Und dort stehen bald viele vor der Tür und wissen nicht, wohin sie sollen."

Comedian Luke Mockridge (29), dessen Vater Bill jahrelang als Erich Schiller in der "Lindenstraße" mitgespielt hat, nimmt das Aus der Kultserie mit Humor. "Das ist ja eine schreckliche Nachricht. Warum wurde der Bambi nicht abgesagt? Wie hat die Börse reagiert?"

Sebastian Koch wäre beinahe bei der "Lindenstraße" gelandet

Sebastian Koch wurde bei der Bambi-Verleihung als bester Schauspieler geehrt.
Sebastian Koch wurde bei der Bambi-Verleihung als bester Schauspieler geehrt.  © DPA

Sebastian Koch (56) gestand angesichts des Serien-Aus an ein Casting für die "Lindenstraße" zu Beginn seiner Karriere erinnern.

"In den 80ern war ich auf der Schauspielschule in München und habe dort Herrn Geißendörfer, den Macher der Serie, getroffen. Das hat aber Gott sei Dank nicht geklappt und ich habe einen anderen Weg eingeschlagen", sagte Koch.

Bei der Bambi-Verleihung wurde der 56-Jährige am Freitagabend als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Der Star aus Filmen wie "Das Leben der Anderen" oder "Werk ohne Autor" hat aber großen Respekt vor den Machern des ARD-Dauerbrenners. "Über eine solche Zeit Charaktere zu erschaffen, die die Nation bewegen, ist eine großartige Leistung. Hut ab", erklärte Koch.

Die Produzenten Hans W. Geißendörfer (77) und seine Tochter Hana (34) hatten sich verärgert gezeigt:

"Lindenstraße steht für politisches und soziales Engagement, für Meinungsfreiheit, Demokratie, gleiche Rechte für alle und Integration, was in Zeiten von Rechtsruck und Ausländerfeindlichkeit wichtiger ist denn je», teilten sie mit.

Titelfoto: DPA

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