180 Polizisten im Einsatz: Linksaktivisten besetzen Häuser in Moabit und Kreuzberg

Berlin - Schon wieder kam es in Berlin zu Hausbesetzungen. Linksautonome belagerten am Samstag zwei Immobilien in Kreuzberg und Moabit. Rund 180 Polizisten sind im Einsatz gewesen.

Die Besetzung soll eine Antwort auf voranschreitende Touristifizierung und alltägliche Verdrängung von Menschen sein.
Die Besetzung soll eine Antwort auf voranschreitende Touristifizierung und alltägliche Verdrängung von Menschen sein.  © DPA

Die Polizei geht davon aus, dass sich Aktivisten in den derzeit ungenutzten Räumlichkeiten in Moabit und Kreuzberg aufhalten. Nach derzeitigem Stand sei aber keine Räumungen in der Berlichingenstraße 12 beziehungsweise Skalitzer Straße 106 geplant, teilte eine Sprecherin auf Anfrage am frühen Samstagabend mit.

Nach Rangeleien mit der Polizei wurden einige Menschen vorerst festgenommen.

Anders als beim Gebäude in Kreuzberg, ist der Eigentümer der Moabiter Immobilie bekannt. Erst wenn dieser ein Strafantrag gegen die Aktivisten im Haus stellt, werde die Polizei das Gebäude räumen, so die Sprecherin.

Vor der Skalitzer Straße 106 hat die Polizei eine Kundgebung bis 22.00 Uhr genehmigt. Rund 50 Menschen hatten sich dort zwischenzeitlich versammelt.

Mehreren Tweets zufolge demonstriert die Initiative "Besetzen Berlin" in Kreuzberg gegen die Umfunktionierung leerstehender Räume zu Ferienwohnungen. In Moabit solidarisiert sich das Bündnis mit 33 Männern, denen der Besitzer zuvor gekündigt haben soll.

Update, 20.22 Uhr

Die Polizei hat in Moabit inzwischen mit der Räumung begonnen. Die Räumung erfolgt nach Angaben eines Sprechers aufgrund "eines Ersuchens eines Befugten".

Polizisten vor dem besetztes Haus in Moabit.
Polizisten vor dem besetztes Haus in Moabit.  © DPA