Protest gegen Deliveroo: Firma soll faire Bedingungen liefern

Köln - In Köln protestierten am Freitag etwa 30-Lieferdienst-Radfahrer gegen Deliveroo. Der Deliveroo-Protest richtet sich gegen miese Arbeitsbedingungen und eine schlechte Bezahlung.

Protest gegen den Lieferdienst Deliveroo in Köln. Auch in anderen deutschen Städten wurde protestiert.
Protest gegen den Lieferdienst Deliveroo in Köln. Auch in anderen deutschen Städten wurde protestiert.  © TAG24.de

Eine Fahrerin von Deliveroo berichtete gegenüber TAG24: "Wir waren Ende 2017 etwa 130 Angestellte. Jetzt sind es noch 22 in Köln." Davon nur noch 10 bis 15 angestellte Radler. Sie ist eine davon.

Der Rest wurde laut Liefer-Radlerin rausgeworfen, soll in Scheinselbstständigkeit unter schlechten Bedingungen weiterhin Essen im Deliveroo-Auftrag an Kunden ausfahren.

"Die bekommen 5 Euro pro Auftrag, erst waren es 5,50 Euro. Dafür keine Ausrüstung, kein Handy." Angestellte Radler erhalten 9 Euro die Stunde, so die Radlerin. Das Problem: Zuletzt mehrten sich die Beschwerden über ausstehende Zahlungen.

Für Angestellte und Selbstständige kommt dazu: Sie müssen eine App auf ihrem eigenen Smartphone haben, ständig ihren Standort, ihre Touren überwachen lassen.

Ein weiterer Vorwurf beim Protest in Köln: "Deliveroo unterschlägt Sozialabgaben in Millionenhöhe."

Die Aktion "Arbeitsunrecht" hat nach eigenen Angaben in dieser Woche 1.547 der 2.031 Deliveroo-Vertragsrestaurants in Deutschland angeschrieben.

Die Restaurants wurden aufgefordert, die Zusammenarbeit mit dem Lieferdienst zu beenden.

Update, 21.15 Uhr: Deliveroo widersprach am Freitagabend auf TAG24-Nachfrage einigen Forderungen der Fahrer.

"Deliveroo verzeichnet bei seinen Fahrern, Restaurants und Kunden ein kontinuierliches Wachstum, da wir fair bezahlte und flexible Arbeit anbieten, die unsere Fahrer sich wünschen."

Und weiter: "Somit sorgen wir für einen Teil der Gesellschaft für Beschäftigung, der sich echte Flexibilität wünscht, um seine Arbeit an seinen Lebensstil anzupassen und es ihm beispielsweise erlaubt zu studieren, anderen Teilzeitbeschäftigungen nachzugehen oder Betreuungs- und Pflegeaufgaben wahrzunehmen.

Es sei Priorität,diese Arbeit für die nach Unternehmensangaben etwa 1500 Fahrer in Deutschland und 30.000 weltweit zu schützen.

Klare Ansage an die Teilnehmer des Deliveroo-Protests: "Daher wissen wir, dass diese Forderungen nicht die Bedürfnisse und Arbeitsprinzipien unsere Fahrer widerspiegeln.

Auch in Berlin protestierten Fahrer gegen das Unternehmen.
Auch in Berlin protestierten Fahrer gegen das Unternehmen.  © DPA

Titelfoto: TAG24.de


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