Polizei räumt Elbe-Grundstück

Etwa 150 Menschen sind gekommen, um gegen die Zwangsräumung zu protestieren.
Etwa 150 Menschen sind gekommen, um gegen die Zwangsräumung zu protestieren.

Dresden - Am Freitag um 8 Uhr sollte einer der letzten größeren Freiraumflächen in Dresden verschwinden. Aktivisten besetzten am Morgen das Gelände in der Leipziger Straße, wollten damit die Räumung des Freiraums Elbtal verhindern. Die Polizei rückte an.

Die Eingänge zum Gelände wurden gegen 8:30 Uhr verbarrikadiert. Etwa 150 Menschen kamen, um zu protestieren.

Um 9:20 Uhr begann die Polizei mit der Räumung des Geländes. Gegen 11:20 Uhr war ein Großteil des Geländes wieder frei, einige Aktivisten standen aber immer noch auf dem Dach.

Kurz vor Mittag rückten die Bagger an, begannen mit den Abrißarbeiten am Elb-Grundstück. Wenige Aktivisten verharrten bis Mittag auf dem Dach des Gebäudes, die Polizei konnte fast alle friedlich zum Verlassen bewegen. Die Feuerwehr musste am Nachmittag die letzten Aktivisten mit der Feuerwehrleiter nach unten begleiten.

Hintergrund: Jahrelang wurden die Lebenskünstler vom Freiraum Elbtal e.V. auf dem Grundstück zwischen Puschkinplatz und Elbe geduldet. Dann kaufte eine Firma das Areal. Chefin Regine Töberich will dort neue Wohnungen schaffen.

Aktivisten besetzen das Gebäude am Freitag.
Aktivisten besetzen das Gebäude am Freitag.

Die Bewohner hatten sich vor einigen Tagen noch mit einem offenen Brief an die Eigentümer des Grundstücks und Architektin Regine Töberich gewandt.

Darin wollten sie auf die prekäre Lage von unkommerziellen Projekten wie dem Freiraum Elbtal aufmerksam machen, kritisierten die Eigentümer für ihre mangelnde Kommunikationsbereitschaft - vergebens.

Letzten Mittwoch hatte der Verein fast 9000 Unterschriften an das Rathaus übergeben. „Diese zahlreichen Unterstützer sollen nicht ungehört bleiben“, sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Herold. „Auch wenn es nur symbolischen Charakter hat.“ (MOPO24 berichtete).

Auf dem Grundstück ist das Projekt Marina Garden mit 224 Wohnungen geplant. Der Mietvertrag des Vereins war nach mehreren Jahren nicht verlängert worden.

Fotos: Eric Hofmann


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