Hoffnung für Krebspatienten: Modernste Therapie bald in Berlin

Berlin - Die Uni-Klinik Charité und der Klinikkonzern Helios will ein Protonentherapiezentrum in Berlin errichten. Das sind gute Neuigkeiten, denn die Methode zählt zu den besten und wirksamsten im Kampf gegen Krebs.

Ein Bild aus München im Jahr 2009, als Krebspatienten das erste Mal dort mit der Therapie behandelt wurden.
Ein Bild aus München im Jahr 2009, als Krebspatienten das erste Mal dort mit der Therapie behandelt wurden.  © Rinecker Proton Therapy Center dpa/lby

Besonders geeignet ist die Methode für kleine Geschwulste an sensiblen Bereichen des Körpers und für Kinder. Das berichtete die "Berliner Morgenpost".

Insgesamt 35 Millionen Euro sollen in das Projekt gesteckt werden. So viel soll die Technik und die Errichtung eines Gebäudes kosten. Inklusive direkter Anbindung an die Helios-Klinik in Berlin-Buch.

Es gäbe in Berlin eine große Anzahl von Patienten, die von der neuen Einrichtung profitieren würden, erklärte Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité.

Derzeit müssten Charité Patienten nach Essen, um sich der Behandlung zu unterziehen.

Helios rechnet damit, dass in Berlin jährlich etwa 500 bis 700 Patienten in der neuen Einrichtung behandelt werden könnten.

Protonentherapie in Berlin könnte neue Erkenntnisse bringen

Die Protonentherapie wird stetig weiterentwickelt – wie beispielsweise in Dresden, auf diesem Bild aus dem Jahr 2016.
Die Protonentherapie wird stetig weiterentwickelt – wie beispielsweise in Dresden, auf diesem Bild aus dem Jahr 2016.  © Jens Kalaene/dpa

Nicht nur für die direkt in Berlin behandelten Krebs Patienten könnte die neue Anlage ein Segen sein. So erzählte Einhäupl der "Berliner Morgenpost", dass Charité und Helios aufgrund ihrer hohen Patientenzahlen dafür geeignet seien, mehr Erkenntnisse über die Therapie zu erlangen.

Weltweit sollen inzwischen rund 150.000 Patienten mit der Protonentherapie behandelt worden sein. Das reiche nicht aus, um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse darüber zu erlangen, ob diese Therapie erfolgreicher ist, als andere. Insgesamt gibt es 50 Protonentherapiezentren weltweit, in Deutschland fünf. Das Berliner Zentrum wird das erste in Nord-Ostdeutschland sein.

Problematisch könnte noch die Kooperation mit den Krankenkassen werden: Die sehen nämlich hohe Kosten auf sich zukommen. Eine einzige Bestrahlung mit der Protonentherapie kostet zwischen 20.000 und 30.000 Euro.

Das Projekt am weltweit anerkannten Medizinstandort Berlin soll 2021 an den Start gehen!

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