Tödlicher Stromschlag war ein Unfall

Egon S. (73), war Chef der Firma, die das Geländer anbaute.
Egon S. (73), war Chef der Firma, die das Geländer anbaute.

Kamenz - Einen Handlauf mitten in die Stromleitung gebohrt: Dieser Baufehler kostete die Altenpflegerin Grit J. (22) im Juli 2012 das Leben. Heute wurde der Fall vor dem Kamenzer Amtsgericht verhandelt.

Vor dem Richter stand Egon S. (73), 2004 noch Chef einer Metallbaufirma. Damals brachte seine Firma eine Nottreppe an das Pflegeheim "Herbstsonne" in Kamenz an.

Zu dieser gehörte auch ein Handlauf, der tief in die Mauer verschraubt war. Bei diesen Arbeiten geschah ein tödlicher Fehler.

Zehn Zentimeter unter der Fassade trafen Schrauben auf das Kabel der Beleuchtung, drangen irgendwann bis zu der Leitung durch. Seitdem stand, wenn das Licht brannte, der Handlauf unter 238 Volt Spannung!

Nur weil die Schuhe der Mitarbeiter isolierten, kam es nicht vorher schon zu Unfällen. Am 1. Juli 2012 setzte sich jedoch Grit J. auf die Treppe, hielt sich dabei am Handlauf fest und bekam dabei einen elektrischen Schlag, der sie das Leben kostete.

Eine Sachverständige entlastete den Angeklagten jedoch und so stellte Richter Eckhard Laschewski (51) das Verfahren ein: "Es war ein sehr tragischer Unfall", sagte er. "Aber nicht jeder Tod hat einen Schuldigen."

An dieser Treppe geschah das Unglück.
An dieser Treppe geschah das Unglück.

Fotos: Ove Landgraf


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