Prozess: Angeklagter "versteckte" sich!

Istvan T. (59) vor dem Gerichtssaal. Seine Verteidigerin Katja Reichel (49) hat einen Deal ausgehandelt.
Istvan T. (59) vor dem Gerichtssaal. Seine Verteidigerin Katja Reichel (49) hat einen Deal ausgehandelt.  © Haertelpress

Chemnitz - Um 1,8 Millionen Euro soll Istvan T. (59) den deutschen Fiskus betrogen haben - deswegen sollte der Unternehmer am Montag vorm Landgericht Chemnitz erscheinen. Doch sein Stuhl blieb leer - der Mann "versteckte" sich auf dem Gang.

Der Grund ist simpel: Weil das Landgericht vergeblich versucht hatte, dem mittlerweile in der Schweiz lebenden Mann die Ladung für den Prozess zuzuschicken, galt der Angeklagte als "nicht geladen".

Dass er fröhlich auf dem Gang vorm Saal herumspazierte, spielte da erst mal keine Rolle. Erschienen war auch die Ex-Ehefrau des Mannes: Ihr wurden rund 300.000 Euro Steuerbetrug vorgeworfen, ihr Verfahren aber gegen eine Zahlung von 5000 Euro eingestellt.

Für Istvan T. beginnt jetzt am 18. Dezember alles von vorn. Als Chef von mehreren Handwerker-Firmen soll er jahrelang Steuern hinterzogen, außerdem Mitarbeiter nicht bezahlt haben.

In den Gerichtssaal kam er nach 80 Minuten doch noch: Nach einer sogenannten "Verständigung" wird der gebürtige Ungar vermutlich mit einer Haftstrafe auf Bewährung davonkommen. Voraussetzung: ein Geständnis. Das Urteil soll daher schon am 20. Dezember fallen.

Geplant waren ursprünglich 25 Verhandlungstage bis April 2018.

Das Verfahren gegen Maria T. (56) wurde eingestellt.
Das Verfahren gegen Maria T. (56) wurde eingestellt.  © Haertelpress

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