Er ging mit einem Dönermesser auf Wachmann los

Aus diesem Dönerladen soll sich der Angeklagte die Tatwaffe besorgt haben.
Aus diesem Dönerladen soll sich der Angeklagte die Tatwaffe besorgt haben.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz - Mit einem Dönermesser hat Omar R. (28) im Februar dieses Jahres die Mitarbeiter der Galeria Kaufhof in Todesangst versetzt. Seit Dienstag sitzt der Libyer deshalb wegen versuchten Totschlags auf der Anklagebank des Chemnitzer Landgerichts.

Laut Staatsanwalt soll Omar R. abends in der Schuhabteilung des Kaufhofs seine alten Treter heimlich gegen ein Paar neue im Wert von etwa 80 Euro ausgetauscht haben, die alten ließ er irgendwie verschwinden.

Beim Versuch, das Geschäft zu verlassen, haben ihn die Wachmänner angesprochen und ins Büro mitgenommen. „Er hat die ganze Zeit behauptet, es seien seine Schuhe“, erzählt Ladendetektiv Sebastian B. (41).

Der Libyer Omar R. (28) gab vor Gericht zu, im Februar Kaufhof-Wachmänner mit einem Döner-Messer bedroht zu haben.
Der Libyer Omar R. (28) gab vor Gericht zu, im Februar Kaufhof-Wachmänner mit einem Döner-Messer bedroht zu haben.

Barfuß musste der Libyer den Laden verlassen: „Ich hatte Angst“, sagte der Angeklagte am Dienstag und behauptete: „Die Detektive hatten Baseballschläger und einen Schlagring. Sie haben mich geschlagen und getreten.“

Deshalb habe Omar R. sich vom Döner-Imbiss gegenüber ein Messer geholt und sei zurück zum Personaleingang gelaufen. Sebastian B. erinnert sich: „Er rüttelte an der Tür, ich öffnete, plötzlich holte er mit dem riesigen Messer aus. Ich konnte nur schnell die Tür wieder zumachen.“

Kollegen riefen die Polizei. Die Beamten schlugen Omar R. das Messer aus der Hand. Festnahme.

Der Libyer will betrunken gewesen sein, doch der Atemalkoholtest ergab null Promille. Urteil folgt.

Aktuell ist Omar R. in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) am Adalbert-Stifter-Weg gemeldet. Bei einer rechtskräftigen Verurteilung ab drei Jahren Haft kann er abgeschoben werden. Das Strafmaß für Totschlag liegt nicht unter fünf Jahren. Bei Versuch kann es abgemildert werden.

Die Tatwaffe will der Angeklagte selbst durch ein Fenster aus dem Imbiss entwendet haben.
Die Tatwaffe will der Angeklagte selbst durch ein Fenster aus dem Imbiss entwendet haben.

Fotos: Haertelpress/Harry Härtel


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