Dresdens irrster Werbestreit tobt seit sechs Jahren

Um Werbetafeln wie diese, am Bahndamm angebracht, dreht sich der Streit.
Um Werbetafeln wie diese, am Bahndamm angebracht, dreht sich der Streit.

Dresden - Ströer verdient mit Werbung auf Litfaßsäulen und an Plakatwänden deutschlandweit jährlich über eine Milliarde Euro. Auch in Dresden hängt Plakat an Plakat. Hinter den Kulissen wird jedoch hart gekämpft - auch vor Gericht.

Am Dienstag mussten die Richter vom Oberverwaltungsgericht daher zum Vor-Ort-Termin nach Dresden.

10.30 Uhr, fünf Grad, fieser Sprühregen: Dick eingepackt stehen die drei Richter vom Bautzner Oberverwaltungsgericht (OVG) am Radweg an der Könneritzstraße und begutachten die Bahnmauern entlang der Straße.

Leise und bedächtig spricht Richter Jürgen Meng in sein Diktiergerät, immer wieder brausen Laster vorbei, immer wieder verscheuchen wütende Radler Richter, Anwälte und Vertreter der Stadt vom Radweg.

Doch worum geht es? Die Werbefirma Ströer darf eigentlich bundesweit exklusiv an Bahn-Trägern Werbetafeln aufstellen.

Doch die zwei geplanten "beleuchteten Werbeanlagen" entlang der Bahnmauern der Könneritzstraße sind der Stadt ein Dorn im Auge.

Seit 2011 läuft das Verfahren. Die Stadt lehnte unter anderem mit der Begründung ab, die Werbetafeln würden im sogenannten Außenbereich, also in der Natur, stehen. Im Kern geht es aber um die Sorge, dass die Mauern gegenüber vom Kraftwerk Mitte komplett mit Werbung zugekleistert werden.

Ströer klagte und bekam am Dresdner Verwaltungsgericht, welches ebenfalls einen Vor-Ort-Termin einlegte, im März 2016 recht. Dagegen ging die Dresdner Verwaltung in Berufung.

Folge: Dieses Mal kamen die Bautzner OVG-Richter nach Dresden und beratschlagten eine Stunde lang, ob die Tafeln aufgestellt werden dürfen.

Ein Urteil soll in zwei Wochen fallen.


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