Prozess gegen Verkäuferin von Todes-Böllern

Durch die Wucht der Explosion wurde ein Krater in den Boden gerissen.
Durch die Wucht der Explosion wurde ein Krater in den Boden gerissen.

Von Ronny Licht

Chemnitz/Hainichen - Zum Jahreswechsel wird in Mobendorf (bei Hainichen) die Erinnerung an ein tragisches Unglück von vor zwölf Monaten wach: Felix L. (†19) starb, weil er mit illegalen Knallern experimentierte (MOPO24 berichtete).

Jetzt jagt die Staatsanwaltschaft die polnische Verkäuferin der Todes-Böller. Das Unglück geschah vor der Gaststätte „Wiesenmühl“.

Felix L. hatte einen Kugelbomben-Sprengsatz gebaut. Das Schwarzpulver dazu hatte er aus „Colour Salute“-Böllern - illegale Knaller aus Polen. Bei der Explosion wurde Felix L. ein Arm abgerissen, er war sofort tot. Sein Kumpel Jonner O. (18) überlebte schwer verletzt.

Bestellt wurden die Todes-Kracher beim Online-Versand „Magic Lights“ in Slubice. Die 17.000-Einwohner-Stadt ist Grenzstadt bei Frankfurt/Oder (Brandenburg).

Monatelang ermittelte die Kripo die Herkunft der tödlichen Schwarzpulvermischung. Ingrid Burghard, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz: „Wir haben Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen die Betreiberin des Geschäfts erhoben.“

Denn obwohl sie wusste, dass sie die illegalen Böller nicht nach Deutschland verkaufen durfte, wurde das Paket mit dem tödlichen Inhalt verschickt.

Die Frau (57) ist auf freiem Fuß, muss aber zum Prozess vorm Amtsgericht Döbeln erscheinen. Kommt sie nicht, ergeht ein internationaler Haftbefehl.

Fotos: Harry Haertel, dpa/Patrick Pleul


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