Rentner aus Blankenese wegen Mordes angeklagt, doch das ist noch nicht alles

Hamburg - Am Freitag beginnt in Hamburg-Blankenese ein Mordprozess gegen einen ehemaligen Betreuer einer 91-Jährigen. Er soll die Frau mit einem Kissen erstickt haben.

Ein Hamburger Justizbeamter steht vor einer Verhandlung im Gerichtssaal.
Ein Hamburger Justizbeamter steht vor einer Verhandlung im Gerichtssaal.  © DPA

Der 74-Jährige ist auch wegen gewerbsmäßigen Betruges, Urkundenfälschung und weiterer Straftaten angeklagt (TAG24 berichtete). Insgesamt umfasst die Anklageschrift 50 Vorwürfe, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Am 7. September 2017 soll er die demente und körperlich geschwächte Frau in ihrer Wohnung mit einem Kissen erstickt haben.

Der Angeklagte soll die alte Dame Jahre vor der Tat kennengelernt und ihr Vertrauen erschlichen haben. Anfang 2011 habe er sich eine erste Vorsorgevollmacht erteilen lassen. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod soll er der Frau immer wieder Überweisungsträger untergeschoben haben, obwohl sie wegen ihrer Krankheit gar nicht mehr wusste, was sie unterschrieb. Durch die insgesamt 37 Überweisungen gelangte er den Angaben zufolge an 40.000 Euro.

Nach dem heimtückischen Mord an der Frau soll er als nicht verwandter Erbberechtigter ihr Haus verkauft haben, zum Preis von 210.000 Euro. Den Tod der Frau hatte der Betreuer nach Angaben der Polizei selbst gemeldet.

Er hatte angegeben, die alte Dame tot aufgefunden zu haben. Zunächst wurde eine natürliche Todesursache bescheinigt, doch dann entdeckte das Institut für Rechtsmedizin Anzeichen für eine äußere Gewalteinwirkung. Gegenüber der Mordkommission verstrickte sich der Beschuldigte in Widersprüche. Im vergangenen Dezember wurde er verhaftet.

Bei einer Durchsuchung fanden die Beamten in seiner Wohnung in Blankenese neben schriftlichen Unterlagen auch gestohlene Kfz-Kennzeichen.

Mit diesen soll der Angeklagte mit seinem eigenen Auto durch Hamburg gefahren sein, ohne Fahrerlaubnis, Versicherungsschutz und ohne Kraftfahrtsteuern gezahlt zu haben.

Seit Dezember 2018 sitzt der Mann in Untersuchungshaft (Symbolbild).
Seit Dezember 2018 sitzt der Mann in Untersuchungshaft (Symbolbild).  © DPA

Titelfoto: DPA

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