19-Jährige sucht Job bei Ebay, dann wird sie vergiftet und vergewaltigt

Hamburg - Im Prozess um die Vergewaltigung einer 19-Jährigen (TAG24 berichtete) soll am Montag vor dem Landgericht Hamburg das Urteil fallen.

Der Angeklagte (Mitte) steht vor Prozessbeginn wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung im Strafjustizgebäude.
Der Angeklagte (Mitte) steht vor Prozessbeginn wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung im Strafjustizgebäude.  © DPA

Angeklagt ist ein 60-jähriger Deutscher. Der Ingenieur soll die Frau am 17. Juli vergangenen Jahres durch ein präpariertes Getränk wehrlos gemacht und anschließend missbraucht haben.

Die junge Frau hatte zuvor über das Kleinanzeigenportal Ebay einen Job gesucht und war so mit dem Mann in Kontakt gekommen. Der Angeklagte soll ihr eine Stelle als Bürokraft angeboten haben.

Sie sei zu seiner Wohnung in Hamburg-Eimsbüttel gefahren, habe etwas getrunken und sich plötzlich benommen gefühlt (TAG24 berichtete).

Bei dem Präparat soll es sich laut Staatsanwaltschaft um K.o.-Tropfen gehandelt haben, genauer um 1,4-Butandiol. Die Substanz verwandelt sich im menschlichen Körper in eine Droge, die in niedriger Dosis berauschend wirkt, in höherer Dosis aber apathisch macht.

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Verabreichungen von K.o.-Tropfen. In Lüneburg hatten sich erst im Januar wieder die Fälle gehäuft (TAG24 berichtete).

Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung durch Beibringung von Gift.

Das Gericht hatte die Öffentlichkeit nach der Verlesung der Anklage am 26. Oktober vom Prozess ausgeschlossen. Das Urteil soll um 13 Uhr fallen.

Vor allem auf Partys kommen gefährliche K.o.-Tropfen immer wieder in Umlauf.
Vor allem auf Partys kommen gefährliche K.o.-Tropfen immer wieder in Umlauf.  © DPA

Update, 15.53 Uhr: Viereinhalb Jahre Haft!

Der Angeklagte wurde vor dem Hamburger Landgericht zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Vorwürfe hätten sich in vollem Umfang bestätigt, sagte der Vorsitzende der Strafkammer, Sönke Pesch, am Montag.

Demnach hatte der 60-Jährige die junge Frau tatsächlich mit einem angeblichen Jobangebot in seine Wohnung gelockt.Dort bot er der damals 19-Järhigen gleich ein Glas Orangensaft an, in das er 1,4-Butandiol gemischt hatte. Die K.o.-Tropfen machten die 19-Jährige schwach und schwindelig. Anschließend verging sich der Ingenieur zweimal an der wehrlosen Frau.

Im Prozess habe der Angeklagte die Gabe des präparierten Getränks schließlich eingeräumt, sagte Pesch. Die sexuellen Handlungen seien jedoch einvernehmlich gewesen, habe er erklärt.

Das glaubte ihm das Gericht nicht. Es sprach den 60-Jährigen der schweren Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0