Prozess wegen Hitlergruß bei Freitaler Asyl-Protesten

Tagelang war die Polizei in Freital vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu halten.
Tagelang war die Polizei in Freital vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu halten.

Freital - Seit Sommer diesen Jahres ist Freital bundesweit bekannt - doch nicht im guten! Tagelang belagerten fremdenfeindliche Demonstranten das Asylbewerberheim im ehemaligen Hotel „Leonardo“.

Ganz vorn mit dabei: Silvio T. (47). Er soll am 26. Juni den Hitlergruß gezeigt haben.

Kein geringerer als der Versammlungleiter selbst hat die Verteidigung des Maurers übernommen: Anwalt Jens Lorek (50) hatte die Kundgebung damals angemeldet und tut jetzt alles, um seinen Mandanten rauszuboxen.

So forderte er die Vorladung mehrerer Augenzeugen. Ein bayerischer Fotoexperte soll das Bild analysieren, welches seinen Mandanten mit ausgestrecktem rechten Arm zeigt.

Silvio T. streitet die Szene an sich nicht vehement ab, sagt aber: „Keiner ist so dämlich und zeigt direkt vor der Polizei den Hitlergruß.“

Naja, stimmt nicht ganz: Zwei seiner Mit-Demonstranten landeten genau deshalb am selben Tag im Polizei-Gewahrsam. „Das ist doch nur aus einer Bewegung heraus fotografiert“, mault der Maurer.

Ihn entlasten soll auch die Aussage von Katja K. (30), mehrfach Ordnerin bei PEGIDA-Demos. Das machte sie auch in Freital.

„Ich bin mir ganz sicher, dass er in den vier Stunden keine andere Geste gemacht hat als beide Arme zu heben und das Transparent zu halten“, gibt die Arbeitslose auf mehrfache Nachfrage zu Protokoll.

Nie hätte sie ihn aus den Augen gelassen ...

Demo-Einheizerin Alina T. (16), Stieftochter des Maurers und bekannt als hetzerische PEGIDA-Rednerin: „Er wollte mit der Geste nur Leute beruhigen. Aber der Sänger der Antilopen-Gang auf der Gegenseite hat den Hitlergruß gezeigt.“ Der Prozess geht im Dezember weiter.

Maurer Silvio T. (47) soll in Freital den Hitlergruß gezeigt haben - das kann bis zu drei Jahre Knast bedeuten.
Maurer Silvio T. (47) soll in Freital den Hitlergruß gezeigt haben - das kann bis zu drei Jahre Knast bedeuten.

Fotos: tnn, Roland Halkasch


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