Vater tot, Sohn (11) schwerbehindert: Illegale Raser zu Haftstrafen verurteilt!

Deggendorf - Knapp eineinhalb Jahre nach einem tödlichen Raser-Unfall im Bayerischen Wald sollen vor dem Landgericht Deggendorf die Urteile fallen.

Die beiden Angeklagten sollen ein illegales Rennen veranstaltet haben. (Symbolbild)
Die beiden Angeklagten sollen ein illegales Rennen veranstaltet haben. (Symbolbild)  © Adil Chalabiyev/ 123RF

Zunächst wollen am Freitag (9 Uhr) Staatsanwalt und Verteidiger ihre Plädoyers vortragen, danach ist einem Gerichtssprecher zufolge die Urteilsverkündung geplant.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor, im Juli 2018 bei Achslach (Landkreis Regen) ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad veranstaltet zu haben. Dabei hätten sie den Tod eines entgegenkommenden Oldtimer-Fahrers verursacht sowie weitere Menschen verletzt und gefährdet.

Das Todesopfer ist ein 38 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Cham.

Sein mittlerweile elfjähriger Sohn, der mit im Auto saß, erlitt lebensgefährliche Verletzungen und ist seither schwerbehindert.

Im Rahmen eines außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleiches zahlten die Angeklagten der Familie bereits 31.000 sowie 25.000 Euro.

Update 14.30 Uhr: Verteidiger für Bewährungs- und Geldstrafe

Im Prozess um einen tödlichen Raser-Unfall im Bayerischen Wald haben die Verteidiger auf eine Bewährungs- beziehungsweise Geldstrafe für ihre Mandanten plädiert.

Der Anklage nach veranstalteten die beiden 28 und 54 Jahre alten Männer im Juli 2018 bei Achslach ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad und verursachten den Tod eines entgegenkommenden Oldtimer-Fahrers. Dessen Sohn wurde lebensgefährlich verletzt.

Der Anwalt des Autofahrers sprach sich für eine zweijährige Bewährungsstrafe aus. Der Verteidiger des Motorradfahrers wollte sich bei einer Mittäterschaft seines Mandanten an dem Unfall nicht festlegen. Er plädierte auf eine Geldstrafe wegen eines illegalen Rennens und Unfallflucht. Sollte das Gericht eine Mittäterschaft sehen, würde eine Geldstrafe nicht ausreichen, so der Verteidiger.

Der Staatsanwalt hatte am Freitagmorgen vor dem Landgericht Deggendorf schon Haftstrafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Beteiligung an unerlaubtem Rennen mit Todesfolge gefordert. Der Autofahrer soll demnach für sechs Jahre ins Gefängnis, der Motorradfahrer für sechseinhalb Jahre. Ihm wirft die Anklagebehörde zusätzlich Unfallflucht vor.

Das Gericht wollte noch am Freitag sein Urteil (15 Uhr) verkünden.

Update 15.15 Uhr: Fünf Jahre Haft nach tödlichem Autorennen

Im Prozess um einen tödlichen Raser-Unfall im Bayerischen Wald sind die beiden 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor dem Landgericht Deggendorf zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der Vorsitzende Richter Georg Meiski legte den Männern die Teilnahme an einem unerlaubten Rennen mit Todesfolge sowie fahrlässige Körperverletzung zur Last. Der 54-Jährige wurde zudem wegen Unfallflucht verurteilt.

Die Männer hatten sich nach Überzeugung des Gerichtes im Juli 2018 bei Achslach ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad geliefert und verursachten dabei den Tod eines entgegenkommenden Oldtimer-Fahrers. Dessen Sohn wurde lebensgefährlich verletzt und ist seither schwerbehindert.

Heute soll das Urteil in dem aufsichtserregenden Prozess gesprochen werden. (Symbolbild)
Heute soll das Urteil in dem aufsichtserregenden Prozess gesprochen werden. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Titelfoto: Adil Chalabiyev/ 123RF


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