Sie wog nur 5500 Gramm: Eltern ließen kleines Mädchen (2) fast verhungern

Berlin - Als das Jugendamt im Herbst 2013 das kleine Mädchen aus der Wohnung befreite wog sie gerade mal 5500 Gramm. Weil die Eltern ihr kleines Kind fast verhungern ließen und mangelhaft förderten, mussten sie sich nun vor Gericht verantworten.

Das Mädchen wog bei ihrer Befreiung nur 5500 Gramm. (Symbolbild)
Das Mädchen wog bei ihrer Befreiung nur 5500 Gramm. (Symbolbild)  © 123RF

Am Donnerstag fiel das Urteil. Die Eltern aus Berlin-Johenschönhausen wurden zu je zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Landgericht sprach die 33-jährige Mutter und den 36-jährigen Vater am Donnerstag der schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen durch böswillige Vernachlässigung schuldig.

Das Mädchen sei ein schwieriges Kind gewesen, das die Eltern zunehmend sich selbst überlassen hätten, hieß es im Urteil. Als sich das Mädchen in einem dramatischen Zustand befand, seien die Angeklagten auch aus Scham nicht zum Arzt gegangen.

Das Mädchen war zweieinhalb Jahre alt und wog nur 5500 Gramm, als es im September 2013 von Jugendamtsmitarbeitern aus der Wohnung gerettet wurde. Erschreckend sei auch der Entwicklungsstand gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. "Die Zweieinhalbjährige konnte nicht stehen, nicht laufen, nicht einmal richtig krabbeln, nicht greifen, nicht kauen."

Die Eltern hatten zu Prozessbeginn Anfang 2018 Fehler zugegeben. Sie seien überfordert gewesen, hätten aber nicht böswillig gehandelt, erklärten sie.

Ihre beiden Geschwister - zwei Jungen - die das Jugendamt ihn damals ebenfalls wegnahmen, wohnen inzwischen wieder bei ihren Eltern. Das Mädchen gaben sie freiwillig zur Adoption frei. "Sie hat jetzt Eltern, die sich bewundernswert um sie kümmern und fördern. Sie ist endlich eine geliebte Tochter", erklärte der Richter.

Titelfoto: 123RF


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