Schülerin mehrfach missbraucht und dabei gefilmt: Angeklagter gesteht

Der 60-Jährige soll sich zwischen Januar 2013 und Dezember 2014 an einer heute 14 Jahre alten Schülerin mehrfach vergangen haben.
Der 60-Jährige soll sich zwischen Januar 2013 und Dezember 2014 an einer heute 14 Jahre alten Schülerin mehrfach vergangen haben.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Mit einem Geständnis des Angeklagten hat in Chemnitz ein Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern begonnen. Der Tatverdächtige gab am Dienstag vor dem Landgericht alle ihm zur Last gelegten Vorwürfe zu. "Ich habe diese Taten begangen. Daran gibt es keinen Zweifel", sagte der Chemnitzer.

In der Anklage wirft die Staatsanwaltschaft dem 60-Jährigen vor, sich zwischen Januar 2013 und Dezember 2014 an einer heute 14 Jahre alten Schülerin mehrfach vergangen zu haben. Dazu habe er auch Gegenstände benutzt. Überdies habe der einschlägig Vorbestrafte die Taten teilweise mit einer Videokamera gefilmt.

Die Taten erfolgten überwiegend in der Freizeiteinrichtung "Haus der Begegnung" in Chemnitz sowie zweimal in der Wohnung des Angeklagten. Nach eigenen Angaben befindet sich der Tatverdächtige seit 2015 in einer Therapie.

Durch sein Geständnis mussten weder das Opfer noch die Mutter als Zeugen im Prozess aussagen. Bei der Sichtung von Bildmaterial vor Gericht wurde die Öffentlichkeit zum Schutz der Intimsphäre des Mädchens ausgeschlossen.

Update 12.30 Uhr:

Das Landgericht Chemnitz hat einen Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Die 2. Große Strafkammer sah es am Dienstag als erwiesen an, dass sich der 60-Jährige zwischen Januar 2013 und Dezember 2014 mehrfach an einer heute 14 Jahre alten Schülerin vergangen hat.

In seinem Urteil berücksichtigte das Gericht eine Vorstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt war. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung eine geringere Strafe.

Zum Prozessauftakt hatte der Chemnitzer alle ihm zur Last gelegten Taten zugegeben. Durch sein Geständnis mussten weder das Opfer noch dessen Mutter als Zeugen im Prozess aussagen. Zum Schutz der Intimsphäre des Mädchens war die Öffentlichkeit größtenteils von der Verhandlung am Dienstag ausgeschlossen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche kann Revision eingelegt werden.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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