Schlafenden Obdachlosen angezündet: Jugendliche vor Gericht

Mit diesen Überwachungsbildern suchte die Polizei nach den mutmaßlichen Tätern.
Mit diesen Überwachungsbildern suchte die Polizei nach den mutmaßlichen Tätern.  © Polizei

Berlin - Diese grausame Tat bestürzte bundesweit zu tiefst: Eine Gruppe von jungen Männern soll versucht haben, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden. Ab Dienstag müssen sich die Tatverdächtigen für diese abscheuliche Tat vor Gericht verantworten.

In der Nacht zum 25. Dezember vergangenen Jahres legte sich der Obdachlose Maciej B. auf eine Bank im U-Bahnhof Schönleinstraße. Nichtsahnend, was ihm in dieser Nacht passieren sollte.

Eine Überwachungskamera filmt sieben teils jugendliche Männer, die eine U-Bahn betreten. Als sie die U-Bahn an der Station Schönleinstraße verlassen, entdecken sie den schlafenden Maciej B.

Danach sollen die aus Syrien und Libyen stammenden Männer ein Taschentuch angezündet und neben den Kopf des 37-jährigen Polen gelegt haben.

Am U-Bahnhof Schönleinstraße wurde der Obdachlose angezündet.
Am U-Bahnhof Schönleinstraße wurde der Obdachlose angezündet.  © DPA

Als die Flammen sich auf dem Rucksack und der Plastiktüte des Obdachlosen ausbreiteten, flüchteten die Jugendlichen. Nur durch das Eingreifen von Passanten, die das Feuer löschten, wurden schlimmere Verletzungen bei dem Opfer verhindert.

Erst nachdem die Polizei die Überwachungsbilder vom U-Bahnhof veröffentlichte, stellten sich sechs der sieben Täter. Der Haupttäter, ein 21-Jähriger, wurde von Zivilfahndern festgenommen.

Ab Dienstag müssen sich sechs Angeklagte - alle zwischen 16 und 21 Jahre alt - wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Berlin verantworten. Dem siebten Täter, ein 17-Jähriger, wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, weil er den Brand nicht gelöscht habe.

Es ist davon auszugehen, dass die Haupttäter mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen müssen.

Titelfoto: DPA


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