Prozess um blutige Randale im Asylheim

Chingis-Khan K. (32) musste mit vier Bekannten vor Gericht.
Chingis-Khan K. (32) musste mit vier Bekannten vor Gericht.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Es war die blutigste Nacht, die das Asylheim in Ebersdorf jemals erlebt hat: Stundenlang kämpften im September 2013 Tschetschenen und Russen gegen Nordafrikaner, Zimmer brannten, Menschen lagen blutend am Boden.

Jetzt standen fünf mutmaßliche Gewalttäter der Blutnacht vor Gericht. Die fünf angeklagten Tschetschenen und Russen sind zwischen 24 und 41 Jahre alt. Beim mutmaßlichen Anführer scheint der Name Programm - Chingis-Khan K. (32).

Nachmittags hatte es durch nordafrikanische Asylbewerber anzügliche Sprüche gegenüber tschetschenischen Frauen gegeben.

Am späten Abend die Rache: Mit Eisenstangen, Holzknüppeln, Messern und Molotowcocktails bewaffnet, stürmten die Männer das Haus der Nordafrikaner.

Schwer bewaffnete Polizisten sorgten im September 2013 nach der Blutnacht für Ruhe im Asylheim.
Schwer bewaffnete Polizisten sorgten im September 2013 nach der Blutnacht für Ruhe im Asylheim.

Laut Anklage mittendrin - die fünf Beschuldigten, an der Spitze Chingis-Khan. Am Ende zählten die Sanitäter 27 Verletzte.

Zwei von ihnen kamen mit lebensgefährlichen Kopfwunden ins Krankenhaus, ein Opfer wurde am Hinterkopf skalpiert!

Drei Mal rückte die Polizei in dieser Nacht in die Erstaufnahme aus. Polizist Thomas H. (49) als Zeuge: „Es gab überall Tumulte. Wir waren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.“

Opfer Imal A. (22) erkannte zwar bei der Polizei einige der Angeklagten, vor Gericht wollte er sich aber nicht mehr daran erinnern.

Der Prozess wurde schließlich bis Anfang 2016 ausgesetzt - sieben Zeugen waren nicht erschienen, zwei müssen aus dem Knast vorgeführt werden.

Fotos: Haertelpress


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