Prozess: Raser droht und wird verurteilt

Andre R. (38) war gestern noch wütend.
Andre R. (38) war gestern noch wütend.

Von Steffi Suhr

Dresden - Wenn Andre R. (38) wütend ist, dann offenbar dauerhaft. Der pöbelnde Raser stand gestern vorm Amtsrichter. Für Abkühlung sorgte das bei dem arbeitslosen Lagerarbeiter aber nicht. Im Gegenteil: Nach dem Urteil knallte die Saaltür.

Weil er zu schnell fuhr, forderte die Stadt Dresden von Andre R. 55,29 Euro, genehmigte ihm sogar Ratenzahlung. Allerdings forderte das Amt den Schuldner auf, regelmäßig Belege zu schicken, sonst würde gepfändet.

Das stieß Andre R. so auf, dass er zur Feder griff: „Wenn Sie meinen, Sie müssten bei mir pfänden, dann kommen Sie ruhig. Das haben schon andere versucht. Sie spielen mit Ihrer Gesundheit“, hieß es im Brief an die Stadt.

Keiner solle ihm in die Quere kommen, er würde sich wehren. Und sein „Hass auf diesen Drecksstaat“ sei „steigerungsfähig“.

Der Richter stellte klar: „Wenn Sie sich heute hier äußern wollen, dann ohne ausfallend zu werden.“ Antwort des Angeklagten: „Dann sag ich lieber nichts.“ Was sollte Andre R. auch sagen bei der Beweislage. Mehr noch: Als er von der Anklage erfuhr, hatte er auch dem Richter geschrieben, dass es „bei Putin sozialer zugeht“.

Wegen versuchter Nötigung wurde der Wüterich zu 500 Euro Strafe verdonnert. Er verließ den Saal mit dem Kommentar „Das ist Beleidigung!“ und knallte die Tür zu...

Foto: Thomas Türpe


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