Fremdenfeindliche Attacke: Neuer Prozess nach brutalem Angriff in S-Bahn-Tunnel

Rostock - Wegen eines Messerangriffs auf einen Syrer in Rostock müssen sich von Freitag an zwei Männer erneut vor Gericht verantworten.

Mit diesem Bild suchte die Polizei nach einem der Täter.
Mit diesem Bild suchte die Polizei nach einem der Täter.  © Polizei Rostock

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen das Strafmaß in einem ersten Urteil Berufung eingelegt, so dass die Strafhöhe nun am Landgericht neu verhandelt werden muss, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Eine neue Beweisaufnahme finde aber nicht statt.

Im Dezember waren der damals 29 Jahre alte und erheblich vorbestrafte Haupttäter und ein 40-jähriger Mittäter vom Amtsgericht zu Haftstrafen von knapp zwei Jahren und einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden, die beide zur Bewährung ausgesetzt wurden (TAG24 berichtete).

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten dagegen Haftstrafen ohne Bewährung gefordert.

Die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, Lobbi, hatte das Urteil als Entscheidung "mit verheerender Signalwirkung" kritisiert und monierte, dass das Gericht ein rassistisches Motiv nicht für erwiesen gehalten habe.

Die Angeklagten sollen den Polizeiermittlungen zufolge aber gemeinsam mit einer Frau in einem S-Bahn-Tunnel in Rostock rassistische Parolen gerufen haben, bevor der Angriff stattfand.

Dabei wurde der Syrer schwer an Brustkorb und Lunge verletzt (Als der damals 21 Jahre alte Syrer sie dafür habe zur Rede stellen wollen, sei er geschlagen und von dem jüngeren Angeklagten schließlich mit einem Messer angegriffen worden. Dabei wurde der Syrer schwer an Brustkorb und Lunge verletzt (TAG24 berichtete).

Der zweite Angeklagte soll mit einem schweren Fahrradschloss schließlich auf den jungen Mann eingeschlagen haben.

Einer der Angeklagten mit seiner weiblichen Begleitung.
Einer der Angeklagten mit seiner weiblichen Begleitung.  © Polizei Rostock

Titelfoto: Polizei Rostock


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