Der Teufel befahl ihm, Menschen zu töten!

Ein Ermittler vor dem Haus, in dem der erste Mord geschah.
Ein Ermittler vor dem Haus, in dem der erste Mord geschah.

Von Ronny Licht

Zwickau - Er war vom Teufel besessen. Er hörte seine eigene Stimme, die ihm den Befehl zum Töten gab. Am Ende waren zwei Rentnerinnen tot – erstochen von Lutz L. (47), dem teuflischen Mörder von Zwickau.

Jetzt wird das Verbrechen vorm Landgericht verhandelt. Es waren fast 40 Grad, ein heißer Sonntag im Juli 2015. Lutz L. klingelte bei seiner Nachbarin Helga J.¹ (67). Arglos öffnete sie die Tür – man kannte sich.

Doch diesmal war alles anders: Lutz L. drückte die Wohnungstür auf, stach mit einem Küchenmesser 13 Mal auf seine Bekannte ein.

Dann flüchtete er aus dem Haus. Die schwerstverletzte Frau suchte Hilfe bei den Nachbarn, schleppte sich barfuß quälende 36 Schritte bis ins Dachgeschoss hinauf. Hier starb sie auf der Treppe – sie war qualvoll verblutet.

Lutz L. (li.) vor Gericht.
Lutz L. (li.) vor Gericht.

Lutz L. rannte inzwischen in die Seitenstraße, traf dort auf die Spaziergängerin Marlene D. (81). Ohne ein Wort rammte er der Rentnerin das Messer sieben Mal in den Körper – die Frau war sofort tot.

Doch der teuflische Amokläufer hatte noch nicht genug: Nur 100 Meter weiter sprang er vor das vorbeifahrende Auto von Simone G. (46).

Die Frau zittert noch heute, wenn sie an die Attacke denkt: „Er brüllte, dass er mich umbringen wird. Er griff durchs Fenster, wollte mich erwürgen. Ich fuhr die Scheibe hoch, klemmte seinen Arm ein.“

Das rettete der Altenpflegerin das Leben – zwei vorbeikommende Männer überwältigten den Doppelmörder schließlich auf der Straße.

Eine von ihnen war der Feuerwehrmann Lucien Zimmermann (24): „Die Nachbarn tuschelten schon länger, dass der Mann ein Satansjünger sei.“ Edmund W. (83) wohnte nebenan: „Er grüßte nie, wirkte immer abwesend. Der kam mir schon immer komisch vor.“

Lutz L. kam in die Psychiatrie nach Rodewisch. Jetzt muss das Landgericht klären, ob der gebürtige Bautzner schuldfähig ist.

Vor Gericht gestand der 47-Jährige die Taten, berichtete von den teuflischen Stimmen, die ihm die Morde befohlen hatten. Ein Urteil wird Anfang 2016 erwartet.

¹ Name geändert

Fotos: Uwe Meinhold (2), Frank Vacik


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