Er schoss aus Liebe auf Straßenbahnen

Oliver M. (25) vor dem Richter.
Oliver M. (25) vor dem Richter.

Von Steffi Suhr

Meißen - Er versetzte im Januar Fahrgäste und Fahrer der Linie 4 in Angst und Schrecken. Vier Mal, so die Anklage, ballerte Oliver M. (25) mit einem Luftdruckpistole auf die Bahn.

Ein Wunder, dass es „nur“ zu Sachschaden kam. Jetzt steht der Shooter vorm Amtsrichter in Meißen. Sein Motiv: Liebeskummer!

Zwischen dem 18. und 31. Januar ballerte der Liebeskranke jeweils vom Bürgersteig aus auf die Bahn. Nur die Schutzfolie auf den Innenseiten der Scheiben verhinderte, das die Splitter in den Innenraum fielen.

Im März wurde der Schütze mit der Tatwaffe gefasst: Einen Schwarz-silbernen Gasdruck-Colt, den er bei Amazon bestellt hatte.

Und er erklärte der Polzei: Seine Lebensgefährtin Rebecca M. habe ihn verlassen und sei mit einem Straßenbahnfahrer der Linie 4 durchgebrannt!

Vor Gericht bestätigte er seine Aussage nochmal: "Meine Ex hat mich eiskalt abserviert. Sie hat sich mit einem Straßenbahnfahrer eingelassen."

Doch damit nicht genug: Die Anklage wirft Oliver M. auch vor, dass er seine Ex beim Landratsamts anschwärzte. Die Frau sei Epileptikerin und ihr müsse daher der Führerschein entzogen werden, behauptet er. Natürlich zu unrecht.

Oliver M. wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss er 6000 Euro an die DVB bezahlen und wurde zusätzlich 100 Euro wegen übler Nachrede.

Auf die Linie 4 wurde mehrfach geschossen.
Auf die Linie 4 wurde mehrfach geschossen.
Die Tatwaffe. Eine Luftdruckpistole
Die Tatwaffe. Eine Luftdruckpistole
Ein Einschussloch in der Straßenbahnscheibe.
Ein Einschussloch in der Straßenbahnscheibe.

Fotos: Ove Landgraf, Steffen Füssel


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