Vorwurf: Dieser Juwelier liebt Partys und Kundenabzocke

Ralf R., wie er sich selbst am liebsten sieht: edle Kleidung, teure Zigarren, noble Lokalitäten.
Ralf R., wie er sich selbst am liebsten sieht: edle Kleidung, teure Zigarren, noble Lokalitäten.

Von Frank Vacik

Aue - Vor Gericht ist Ralf R. (30) aus Breitenbrunn kein Unbekannter - der Internet-Juwelier ist bereits dreifach wegen Betrugs vorbestraft. Seit Montag steht er wieder vor dem Kadi - Kunden fühlen sich geprellt.

Die Firmen-Homepage des Erzgebirgers lässt eigentlich keine Zweifel zu: Hier ist ein Profi am Werk.

Edle Schmuckstücke, teure Ringe, Ketten, Ohrstecker. Und das zu sagenhaft günstigen Preisen.

Teilweise werden knapp 60 Prozent Ersparnis versprochen. In einer Art Ticker laufen die Lobes-Hymnen vermeintlicher Kunden über den Bildschirm.

Christiane Winkler (47) aus Berlin war eine. Jetzt ist sie Zeugin im Betrugsprozess: „Mein Diamantring kostete knapp 1300 Euro. Als ich ihn prüfen ließ, wurden mir nicht mal 500 Euro Wert bescheinigt.“

Christiane Winkler (47) ist eine der Kundinnen. Sie sagte als Zeugin aus.
Christiane Winkler (47) ist eine der Kundinnen. Sie sagte als Zeugin aus.

Auch Klaus Rauser (49) aus München sagte Montag aus: „Ich habe Schmuck für rund 600 Euro bestellt, geliefert wurde aber nichts.“

Insgesamt 15 geprellte Kunden stehen auf der Liste der Staatsanwaltschaft, etwa 22.000 Euro Schaden wurden laut Anklage innerhalb von zwei Jahren verursacht.

Ralf R. selbst schweigt zu den Vorwürfen. In sozialen Netzwerken spart er hingegen nicht mit Einblicken in sein rauschendes Partyleben. Am Montag bezeichnete er sich als „arbeitslos“.

Wegen Insolvenzverschleppung seiner Internet-Firma wurde er bereits 2014 vom Amtsgericht Chemnitz zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Trotzdem steht er noch als Vorstandsvorsitzender im Impressum seines Internethandels.

Der Prozess wird am 22. Juli fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen gehört werden.

Ralf R. (30) sprach im Gericht nur mit seinem Anwalt über die Vorwürfe.
Ralf R. (30) sprach im Gericht nur mit seinem Anwalt über die Vorwürfe.

Fotos: Haertelpress/Harry Haertel, Frank Vacik


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