Prozess um Misshandlung und Vergewaltigung eines Mannes geht zu Ende

Hamburg - In einem Prozess um die Misshandlung und Vergewaltigung eines Mannes in Hamburg-Bergedorf sollen am Mittwochvormittag die Plädoyers gehalten werden.

Der Justiz-Aufnäher auf dem Pullover eines Beamten (Symbolbild).
Der Justiz-Aufnäher auf dem Pullover eines Beamten (Symbolbild).  © DPA

Möglicherweise werde die Strafkammer des Landgerichts am Nachmittag auch das Urteil verkünden, teilte ein Gerichtssprecher mit. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau.

Ihnen wird schwerer Raub, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Die drei Männer im Alter von 19, 31 und 35 Jahren sollen in der Nacht zum 4. Februar vergangenen Jahres bewaffnet und maskiert in die Wohnung der mitangeklagten 25-jährigen Frau, einer Schwester des 35-Jährigen, eingedrungen sein. Den dort anwesenden Mann sollen sie gefesselt, geschlagen und getreten haben.

Die Maskierten misshandelten den 24-Jährigen laut Anklage auch sexuell und zeichneten das Geschehen mit dem Handy auf. Schließlich seien sie mit dem Mobiltelefon, 200 Euro Bargeld und der EC-Karte des Opfers geflüchtet.

Über die Hintergründe der Tat wurde bislang nichts bekannt. Der Prozess findet vor einer Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der jüngste Angeklagte noch als Heranwachsender gilt.

Zur Urteilsverkündung sollen Zuschauer wieder zugelassen werden.

Der Eingang des Strafjustizgebäudes in Hamburg ist zu sehen.
Der Eingang des Strafjustizgebäudes in Hamburg ist zu sehen.  © DPA

Update, 14. Februar, 6.48 Uhr:

Wegen Misshandlung und Vergewaltigung eines 24-Jährigen hat das Landgericht Hamburg drei Männer und eine Frau zu Haftstrafen zwischen einem und fünf Jahren verurteilt.

Nach Überzeugung der Strafkammer waren die drei Männer im Alter von 19, 31 und 35 Jahren in der Nacht zum 4. Februar vergangenen Jahres bewaffnet und maskiert in die Wohnung der mitangeklagten 25-jährigen Frau in Hamburg-Bergedorf eingedrungen.

Dort schlugen, traten und fesselten sie deren 24 Jahre alten Partner. Dann vergewaltigten sie ihn anal mit einem Gegenstand und zeichneten das Geschehen mit dem Handy auf.

"Er wurde über eine Stunde regelrecht gefoltert und gedemütigt", sagte die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring am Mittwoch.

Die Täter fesselten auch die Frau, aber nur zum Schein. Die 25-Jährige war nach Feststellung der Strafkammer in den Überfall eingeweiht. Sie habe dem Hauptangeklagten, mit dem sie zuvor eine Beziehung hatte, berichtet, ihr neuer Partner demütige und vergewaltige sie.

Daraufhin initiierte der 35-Jährige die Strafaktion, die Meier-Göring als Selbstjustiz bezeichnete. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, während die Frau ein Jahr auf Bewährung erhielt.

Titelfoto: DPA

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