Fünf Tote bei fatalem Zusammenstoß: Raser (22) muss ins Gefängnis

Stolberg/Aachen - Im Prozess um einen schweren Frontalzusammenstoß in Stolberg bei Aachen mit fünf Toten soll am Mittwoch (9.30 Uhr) das Urteil gegen einen 22-Jährigen gesprochen werden.

22.12.2018, Nordrhein-Westfalen, Stolberg: Feuerwehrleute stehen an zwei Fahrzeugen, die frontal zusammengestoßen waren.
22.12.2018, Nordrhein-Westfalen, Stolberg: Feuerwehrleute stehen an zwei Fahrzeugen, die frontal zusammengestoßen waren.  © Ralf Roeger/dmp-press/dpa

Dem Angeklagten wird nach Angaben des Aachener Amtsgerichts unter anderem fahrlässige Tötung und verbotenes Autorennen vorgeworfen.

Zum Schutz des jungen Mannes wurde die Öffentlichkeit aus dem Verfahren vor dem Jugendschöffengericht ausgeschlossen.

Details aus der Anklage teilte das Gericht nicht mit.

Die Polizei war nach damaligen Angaben davon ausgegangen, dass der Angeklagte in der Unfallnacht im Dezember 2018 zu schnell auf der Landstraße zwischen Stolberg und Aachen unterwegs war.

An einem Blitzer soll der damals 20-Jährige einen Schlenker auf die Gegenspur gemacht haben - offenbar, um den Kontakt der Radaranlage zu umfahren.

Dabei stieß er nach früheren Polizeiangaben frontal mit einem Auto zusammen, in dem eine 44-jährige Mutter mit ihren 16 und 17 Jahre alten Kindern saß.

Die Drei starben. Auch zwei 21- und 22-Jährige, die in dem Auto des Angeklagten gesessen hatten, überlebten nicht. Sechs Angehörige der Opfer sind Nebenkläger in dem Verfahren. Nach Jugendstrafrecht drohen dem Mann laut Gerichtsangaben bis zu fünf Jahre Haft.

Update, 11.48 Uhr: Über drei Jahre Haft für jungen Angeklagten

Am Mittwoch wurde der Angeklagte (22) vom Landgericht Aachen zu einer Haftstrafe verurteilt (Archivbild).
Am Mittwoch wurde der Angeklagte (22) vom Landgericht Aachen zu einer Haftstrafe verurteilt (Archivbild).  © Henning Kaiser/dpa

Nach dem tödlichen Unfall ist ein 22-Jähriger zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Das Amtsgericht sprach den Angeklagten am Mittwoch unter anderem wegen fahrlässiger Tötung von fünf Menschen und verbotenem Kraftfahrzeugrennen schuldig, wie ein Gerichtssprecher erklärte.

Demnach stellten die Richter auch eine Schwere der Schuld fest. Der Prozess war nicht öffentlich.

Der damals 20 Jährige sei im Dezember 2018 mit mindestens 120 Stundenkilometern über die Tempo-70-Straße gerast. An der Unfallstelle sei er auf die Gegenspur gefahren, um einer Radaranlage auszuweichen.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa