Das ist der Mann, der Khaled getötet hat

UPDATE 12:40 Uhr: Nach der Unterbrechung haben die Polizistin, die zuerst am Tatort war, und der Arzt, der den endgültigen Totenschein ausstellte, ausgesagt. Beide gingen zunächst von einem Fenstersturz aus, schlossen eine Fremdeinwirkung aber nicht explizit aus.

Hat er Khaled umgebracht?
Hat er Khaled umgebracht?

Update 10:00 Uhr: Vor gut einer halben Stunde ist der Prozess am Landgericht gestartet. Zunächst hatte der Anwalt von Hassan das Wort. Laut seinen Ausführungen soll sein Mandant von Khaled angegriffen worden sein und dabei das Messer während einer Rauferei aus dem Hosenbund von Khaled gezogen haben. Khaled soll nach Angaben des Anwaltes Hassan in den Hof gelockt und auf ihn eingeschlagen haben. Anschließend habe er einen Gegenstand aus Khaleds Hose gezogen haben und damit auf ihn eingeschlagen haben. Dass es ein Messer war, will Hassan nach Ausführung seines Anwaltes erst später bemerkt haben.

Sein Mandant gibt die Tat also zu, beruft sich aber auf Notwehr.

Anschließend wurde der Prozess für eine halbe Stunde unterbrochen, da die Schwurgerichtskammer sich beraten muss. Grund dafür ist, dass der Anwalt von Hassan der Verwendung der Vernehmung seines Mandanten nach der Festnahme widerspricht. Grund dafür sei, dass die Polizisten im Streifenwagen angeblich zu Hassan gesagt hätten, er solle die Tat doch einfach zugeben. Daraufhin habe Hassan gemeint, er wolle sich erst auf dem Revier äußern. Nach erneuter Nachfrage eines Beamten soll er dann zugegeben haben, Khaled erstochen zu haben. Zudem hätten die Polizisten Hassan vorher nicht belehrt.

Hassans Anwalt führt weiterhin an, es seien Übersetzungsfehler in der Vernehmung entstanden, auch die spätere Belehrung soll der Dolmetscher nicht korrekt übersetzt haben.

Ist Hassan S. der Mann, der Khaled am 12. Januar umbrachte?
Ist Hassan S. der Mann, der Khaled am 12. Januar umbrachte?

Dresden - Ist das der Mann, der Khaled ermordet hat? Dieser Frage geht seit Montagmorgen die Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Dresden nach.

Auf deren Anklagebank muss sich Hassan S. (27), ein junger Flüchtling aus Eritrea, für den gewaltsamen Tod seines ehemaligen Mitbewohners Khaled verantworten.

Hassan S. soll am Abend des 12. Januar mehrfach mit einem Küchenmesser auf Khaled eingestochen haben. Erst am Morgen danach wurde die Leiche des Mannes im Hof einer Plattenbausiedlung in Leubnitz-Neuostra gefunden.

Laut Obduktionsergebnis erlitt Khaled sieben massive Stiche in den Hals sowie weitere in Brust und Kopf. Er verblutete und erstickte zugleich an Blut in der Lunge.

Für den Prozess sind insgesamt zwölf Zeugen, meist Polizisten und Ermittler, geladen sowie Rechtsmediziner und psychiatrische Gutachter.

Zudem wurde ein Dolmetscher für Arabisch und Tigrinya engagiert, das in Äthiopien und Eritrea gesprochen wird.

Bis zum 16. September will Schwurgerichtskammer geklärt haben, warum der damals 20-Jährige sterben musste.

Fotos: Ove Landgraf


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0