Kampfhund auf Teenager gehetzt, der Teil von Nase verliert

Heidelberg/Leimen - Der Fall hatte die Debatte um das Halten von Kampfhunden wieder belebt: Zwei junge Männer nutzen zwei aggressive Tiere fast wie eine Waffe und lassen sie auf einen Teenager los. Ihr Opfer wird übel zugerichtet. Jetzt beschäftigt sich ein Gericht mit der Attacke.

Vor dem Landgericht Heidelberg beginnt der Prozess.
Vor dem Landgericht Heidelberg beginnt der Prozess.  © Uli Deck/dpa

Sie sollen zwei Kampfhunde auf einen Teenager gehetzt haben - dafür müssen sich zwei junge Männer von Dienstag (9 Uhr) an vor dem Landgericht Heidelberg verantworten.

Die Anklage wirft dem 17- und dem 22-Jährigen gefährliche Körperverletzung vor. Ein dritter 22-jähriger Angeklagter steht vor Gericht, weil er seinem jüngeren Bruder die beiden American Staffordshire Terrier zum Spazierengehen überlassen haben soll.

Nur Erwachsene dürfen jeweils einen Kampfhund führen, der gesichert sein muss, wenn er noch keine Wesensprüfung bestanden hat. Zur ersten Sitzung sind auch der geschädigte Junge und der Polizist, der zuerst am Tatort war, geladen.

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Die verbotswidrig weder mit Maulkorb noch mit Leine gesicherten aggressiven Tiere hatten den damals 15-Jährigen am Pfingstmontag auf freiem Feld bei Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) vom Rad gerissen und schwer verletzt. Teile seiner Nase und seiner rechten Ohrmuschel wurden abgerissen, die linke Ohrmuschel durchtrennt.

Der Bruder des Hundehalters und sein Begleiter sollen sich durch eine Bemerkung des Jungen provoziert gefühlt und beschlossen haben, ihm eine Lektion zu erteilen. Daraufhin haben sie laut Anklage den Rüden und die Hündin auf den Jungen gehetzt, wobei der jüngere der beiden sie noch mit den Worten "Fass" und "Greif" angestachelt haben soll. Dem Hundehalter wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Sein Bruder sitzt in Untersuchungshaft.

Die Verhandlung der Jugendkammer ist auf fünf Termine bis Mitte Dezember anberaumt. Das Strafmaß für gefährliche Körperverletzung liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Freiheitsstrafe, für fahrlässige Körperverletzung bei bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Update 11.35 Uhr: Im Heidelberger Kampfhundeprozess hat der Hauptangeklagte um Entschuldigung gebeten. Er sei leichtsinnig, unerfahren und überfordert im Umgang mit den jungen Hunden gewesen, sagte der 17-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Heidelberg.

Die Hunde gehören zur Rasse "American Staffordshire Terrier". (Symbolbild)
Die Hunde gehören zur Rasse "American Staffordshire Terrier". (Symbolbild)

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