Chemnitzer Prügel-Polizist schon wieder vor Gericht

Auf der "Cegida"-Demo im Feburar 2015 boxte der Beamte einem festgenommenen Schüler in den Magen.
Auf der "Cegida"-Demo im Feburar 2015 boxte der Beamte einem festgenommenen Schüler in den Magen.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Statt wie sonst in Uniform erschien Tim R. (29) am Freitag im schicken Anzug vorm Landgericht Chemnitz. Die Kleiderordnung ist neu. Die Vorwürfe sind alt - Körperverletzung im Amt.

Rückblick. Erst eskalierte im August 2014 eine Personalienkontrolle des Beamten vor der „Galerie Roter Turm“ - am Ende lag der Chemnitzer Steve P. (35) mit blutiger Nase und Prellungen am Boden.

Dann tauchte im Februar 2015 ein Video auf, worin zu sehen ist, wie der Beamte einem festgenommenen Schüler (damals 16) am Rande einer „Cegida“-Demo in den Magen boxt (MOPO24 berichtete).

In beiden Fällen wurde Tim R. vom Amtsgericht zu insgesamt knapp 13.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Gegen beide Entscheidungen ging er in Berufung.

Für Polizeimeister Tim R. ging gegen die Geldstrafe für seine Prügel-Attacken in Berufung.
Für Polizeimeister Tim R. ging gegen die Geldstrafe für seine Prügel-Attacken in Berufung.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz auch - sie forderte für den Ausraster des Angeklagten vor der Galerie sogar elf Monate Haft!

„Es wurden nur Techniken angewandt, die wir als Polizisten in der Ausbildung gelernt bekommen“, verteidigte sich der Beamte am Freitag.

Jetzt werden beide Fälle vermutlich zusammengefasst und als Gesamtstrafe beurteilt. Für Tim R. steht einiges auf dem Spiel - das interne Disziplinarverfahren ruht derzeit nur.

Erst nach einem rechtskräftigen Urteil, das am 8. Februar erwartet wird, wird über seinen Verbleib im Staatsdienst entschieden.

Hier schlägt der Chemnitzer Polizeimeister einen Demonstranten nieder

Fotos: Screenshots youtube, Harry Haertel


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