Endlich vorbei! "Prügel-Polizist" kommt mit Verwarnung davon

Mussten am Donnerstag wieder vors Landgericht: Rechtsanwalt Torsten Oelscher (36, l.) und Tim R. (30).
Mussten am Donnerstag wieder vors Landgericht: Rechtsanwalt Torsten Oelscher (36, l.) und Tim R. (30).  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Ein Vorwurf, drei Prozesse - die letzten zwei Jahre waren für den Polizeibeamten Tim R. (30) ein Gerichts-Marathon.

Dazu kamen der interne Beförderungsstopp, der Makel als "Prügel-Polizist". Körperverletzung im Amt, so lautete der Vorwurf. Am Donnerstag das vorläufig letzte Urteil: Tim R. kassierte eine Verwarnung.

Der Beamte soll am Rande einer Demo in Chemnitz am 23. Februar 2015 den Schüler Jonathan T. (18) während der Festnahme in den Bauch geschlagen haben (TAG24 berichtete). Der Vorfall wurde gefilmt, schlug hohe Wellen. Am Amtsgericht kassierte Tim R. 3900 Euro Geldstrafe. In der Berufung wurde er später freigesprochen. Das Oberlandesgericht Dresden erkannte das Urteil aber nicht an - gab es wirklich keinen anderen Ausweg, den Schüler unter Kontrolle zu bekommen?

Polizeigewalt oder legitimes Mittel? Tim R. verteidigte am Donnerstag sein Vorgehen erneut: "Mit einem gezielten Schlag gegen die kurze Rippe erzeugt man einen Schockmoment, bekommt den Verdächtigen wieder in den Griff. Das ist auch Teil der Ausbildung." Jonathan T. hatte sich gegen die Festnahme gewehrt, indem er sich immer wieder aufrichtete und versuchte, aus dem Polizeigriff zu kommen.

Für Staatsanwalt Marik Dressel ein klarer Fall: "Es gab andere Möglichkeiten." Er forderte die Bestätigung der Geldstrafe. Am Ende gab es aber ein Kompromiss-Urteil: Tim R. wurde verwarnt, die Geldstrafe ist hinfällig. Der Polizist ist somit nicht vorbestraft, bleibt weiter im Dienst.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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