Prügelprozess: Tochter der Horror-Eltern sagt aus

Diese Familie soll die 7-jährige Tochter über Monate hinweg brutal verprügelt haben.
Diese Familie soll die 7-jährige Tochter über Monate hinweg brutal verprügelt haben.

Von Doreen Grasselt

Freiberg - Blutig geprügelt, im Keller eingesperrt, zur Strafe kalt abgeduscht: Am Montag hat im Prügelprozess zum ersten Mal die Tochter (7) der mutmaßlich schlimmsten Horrorfamilie Sachsens am Chemnitzer Landgericht ausgesagt.

Die Eltern André G. (32) und Maria G. (31) sind angeklagt, gemeinsam mit der Schwester der Mutter und deren Lebensgefährtin ihre eigene Tochter über mehrere Monate hinweg brutal verprügelt zu haben.

Im Bad habe laut Aussage des Kindes zuerst die Lebensgefährtin der Tante mit dem Nietengürtel zugeschlagen - bis der Kleinen das Blut am Bein herunterlief. Danach seien sowohl Mutter als auch Tante mit dem Gürtel auf das Kind losgegangen.

Mutter Maria G. (31) berät sich mit ihrem Verteidiger, dem Freiberger Rechtsanwalt Jörg Neuber.
Mutter Maria G. (31) berät sich mit ihrem Verteidiger, dem Freiberger Rechtsanwalt Jörg Neuber.

„Mein alter Papa (so nennt das Mädchen seine leiblichen Eltern; *Anm. d. Red.) hat mich mal ganz fest am Hals gezogen, bis ich eingeschlafen bin“, schildert das Kind den Moment, als der Vater sie so lange gewürgt haben soll, bis sie bewusstlos zu Boden fiel.

Außerdem sei sie im Keller eingesperrt worden - es habe oft nur Brot, Zwieback, Leitungswasser gegeben.

Alle vier Angeklagten mussten während der Aussage des Mädchens den Gerichtssaal verlassen, schauten per Videoübertragung zu.

Die Mutter hat über ihren Verteidiger zugegeben, das Kind im Bad mit dem Gürtel geschlagen zu haben. Sie sei dabei aber allein gewesen. Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: Harry Härtel


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