Psychiatrie-Patient an Klinik von Sicherheitsleuten zu Tode geprügelt?

Hamburg - Schlimmer Verdacht: Sicherheitsleute sollen einen Mann auf dem Gelände des Hamburger Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) so schlimm zugerichtet haben, dass er fünf Tage später starb.

Hautpgebäude und Haupteingang des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE)
Hautpgebäude und Haupteingang des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE)  © dpa/Markus Scholz

Der 34-Jährige Tonou-Mbobda aus Kamerun war am Ostersonntag von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes gewaltsam fixiert worden und hatte dabei das Bewusstsein verloren.

Dabei soll auch zu gewaltsamen Übergriffen gekommen sein. Wie die taz berichtet, beschreibt ein Augenzeuge in einem Video, wie ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sein Knie in Rücken und Niere des Mannes rammt.

Nach dem Einsatz der sogenannten Zwangsmaßnahmen soll der Patient im Koma gelegen haben.

Dem taz-Bericht zufolge handelt es sich möglicherweise um einen rassistischen Übergriff.

Am Freitag starb er auf der Intensivstation, wie das UKE inzwischen bestätigt.

Das Landeskriminalamt ermittelt nun wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge, teilte die Polizei am Samstag auf Anfrage mit.

Bereits zuvor hatte die Polizei gegen die Ärztin und die drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Ermittlungen eingeleitet.

Der Leichnam soll jetzt obduziert werden, um die genaue Todesursache zu klären.

"Der Patient hatte sich der Anordnung der Unterbringung widersetzt und musste von dem zwischenzeitlich hinzugerufenen Sicherheitsdienst des UKE fixiert werden, als er aus bisher ungeklärten Umständen zusätzliche medizinische Hilfe benötigte", heißt es in einer Stellungnahme des UKE.

Titelfoto: dpa/Markus Scholz

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