Darum flüchteten die Psychiatrie-Insassen

Gähnendes Loch: Hierdurch entkamen die drei Psychiatrie-Insassen.
Gähnendes Loch: Hierdurch entkamen die drei Psychiatrie-Insassen.  © DPA

Zwiefalten - Der spektakuläre Ausbruch von drei Straftätern aus der Psychiatrie in Zwiefalten (Landkreis Reutlingen) hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Jetzt ist klar, warum die Männer getürmt sind.

Wie der SWR berichtet, waren die drei Männer im Alter von 30 und 38 Jahren in der Psychiatrie offenbar ohne Erfolg behandelt worden und sollten deshalb zurück in ihre Gefängnisse verlegt werden. Darum flüchteten sie.

Die drei Straftäter sind laut Polizei immer noch auf der Flucht. Es bestehe jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung. Jedoch äußerte ein Therapeut den Verdacht, dass die Männer möglicherweise "kriminelle Handlungen begehen, um an Suchtmittel zu kommen".

"Die Flüchtigen haben kein Interesse, in der Bevölkerung aufzufallen und wollen weiterhin unerkannt flüchten", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausbrecher halten sich demnach wohl nicht mehr im direkten Umfeld von Zwiefalten auf.

Die Polizei sucht immer noch nach den flüchtigen Straftätern.
Die Polizei sucht immer noch nach den flüchtigen Straftätern.  © DPA

Die Männer waren aufgrund von Raubdelikten zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. In Zwiefalten wurden sie wegen ihrer Drogensucht behandelt. Offenbar ohne Aussicht auf Erfolg. Deswegen sollten sie in ihre Gefängnisse zurück verlegt werden. Zwischen Vorbereitung und Ausführung der Flucht dürfte nur ein Tag vergangen sein, so der Leitende Ärztliche Direktor der Psychiatrie, Gerhard Längle.

Mit so einem Ausbruch habe man nicht rechnen können, sagte Längle nach SWR-Angaben am Montagvormittag auf einer Pressekonferenz. Demnach habe es zwei laute Schläge gegeben, ein Stück Mauerwerk sei aus der Wand in acht Metern Höhe gebrochen worden und kurz darauf seien die drei Insassen weg gewesen.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die drei Männer hatten in der Nacht zum Sonntag aus einem Bettkasten in ihrem Zimmer einen Rammbock gebaut und damit die 40 Zentimeter dicke Außenwand durchbrochen.

Danach seilten sie sich mit zusammengeknoteten Bettlaken aus dem zweiten Stock ab. Der Ausbruch war aufgeflogen, nachdem die Straftäter während ihrer Flucht einen Heizkörper beschädigten. Der austretende Wasserdampf löste den Brandmeldealarm aus.


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