Porno oder Kunst? Skandal-Film bei Berlinale

Schauspieler aus dem umstritten Berlinale-Film "Touch Me Not".
Schauspieler aus dem umstritten Berlinale-Film "Touch Me Not".  © dpa/Maurizio Gambarini

Berlin - Eigentlich wollte ja die Berlinale (15. bis 25. Februar) in der #MeToo-Debatte ein Zeichen setzen (TAG24 berichtete). Doch jetzt sorgt ein Skandalfilm für helle Aufregung!

Denn bei der Pressevorführung von "Touch Me Not" flüchteten schockierte Medienvertreter gleich reihenweise aus dem Kinosaal.

Hintergrund: Der Experimentalfilm zeigt für Viele deutlich zu freizügige Sexszenen und Nacktheit.

In dem Streifen zeigt die rumänische Künstlerin und Regisseurin Adina Pintilie (38) unterschiedliche Menschen in diversen Sex-Stellungen.

"Ich wollte herausfinden, was Intimität ist. Es ist eine Forschungsarbeit. Es war insgesamt ein langer Prozess. Letztlich war es eine siebenjährige Liebesgeschichte für uns alle", so die Kuratorin des Bukarester Festivals für Experimentalfilme.

Regisseurin Adina Pintilie (38) mit dem Goldenen Bären der Berlinale.
Regisseurin Adina Pintilie (38) mit dem Goldenen Bären der Berlinale.

Doch in dieser "Liebesgeschichte" wie sie es nennt, verschmelzen Spielfilm und Doku. Schamgrenzen? Fehlanzeige.

"Bei Fiktion hat man ein Sicherheitsnetz. Das hatten wir nicht. Wir haben authentisch gearbeitet, haben zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut. Alle Mitwirkenden haben wirklich ihre Seelen geöffnet", fügt Pintilie dazu.

So schwärmt auch Hauptdarstellerin Laura Benson: "Üblicherweise arbeite ich für die Regie. Hier habe ich zum ersten Mal mit einer Regisseurin gearbeitet. Eine wunderbare Erfahrung."

Jury-Präsident Tom Tykwer (52) hatte noch kurz vor Beginn der 68. Berlinale in einem Interview erklärt, er vermisse "wilde und sperrige Filme". Da hat er einen.

Denen, die sich "Touch Me Not" bis zum Ende anschauten, gefiel's jedenfalls: Sie applaudierten lautstark! Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.


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