Das bekommt Sachsens Welterbe zum 200. Geburtstag

Raffinierte Landschaftsgestaltung im Stil des 19. Jahrhunderts: Dreh- und Angelpunkt des Parks ist das Neue Schloss Muskau. Der Wiederaufbau der Ruine kostete 25 Millionen Euro.
Raffinierte Landschaftsgestaltung im Stil des 19. Jahrhunderts: Dreh- und Angelpunkt des Parks ist das Neue Schloss Muskau. Der Wiederaufbau der Ruine kostete 25 Millionen Euro.

Von Uwe Blümel

Bad Muskau - Das hätte Fürst Pückler gefallen! Zum 200. Geburtstag seines Parks in Bad Muskau wurden am Sonnabend neue Bäume gepflanzt.

Sie hatten Spaten geschultert, brachten Gießkannen mit: Zum 200-jährigen Jubiläum des Pückler-Parks pflanzten gestern 50 deutsche und 50 polnische Politiker und Förster 100 Obstbäume in der alten Baumschule ein - meist historische Apfel-, aber auch Birnen- und Zwetschgensorten.

„Das waren die ersten von insgesamt 200 historischen Obstsorten aus der Lausitz, die wir herangezüchtet haben, um sie am Leben zu erhalten“, erklärte Cord Panning (55), Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park.

Besser hätte es auch Pückler persönlich nicht inszenieren können:

Die Baum-Paten Helma Orosz (62, rechts) und Michael Kretschmer (40) pflanzten gestern Apfelbäume.
Die Baum-Paten Helma Orosz (62, rechts) und Michael Kretschmer (40) pflanzten gestern Apfelbäume.

Zum 200. Jubiläum gibt‘s 200 Bäume statt Blumen.

Unter den sächsischen Baumpaten waren auch Dresdens Ex-Bürgermeisterin Helma Orosz (62), Sachsens CDU-Chef Michael Kretschmer (40) und Ex-Wirtschaftsminister Thomas Jurk (53, SPD).

In Bad Muskau schuf Pückler den bis heute größten Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil - inzwischen das einzig verbliebene Weltkulturerbe in Sachsen.

Der 830 Hektar große Park liegt zu einem Drittel auf sächsischem, der Rest auf polnischem Gebiet. Der Grenzfluss Neiße trennt beide Hälften. Mehrere Brücken verbinden sie.

Trotz seiner Größe gibt es für Besucher immer einen Orientierungspunkt:

Alle Sichtachsen verlaufen zum Neuen Schloss Muskau.

Brückenschlag zwischen Sachsen und Polen: Die Englische Brücke wurde 2011 wieder aufgebaut.
Brückenschlag zwischen Sachsen und Polen: Die Englische Brücke wurde 2011 wieder aufgebaut.

Pückler forderte übrigens immer einen freien Parkzugang und verbat sich eine Ausschilderung durch Wegweiser. So blieb es bis heute.

Nach der Apfelbaum-Pflanzaktion gab’s für die Paten gestern übrigens stilecht Apfelsaft und Apfelkuchen zur Stärkung.

Pückler wurde in dieser Seepyramide in seinem Branitzer Erbschloss (bei Cottbus) beigesetzt.
Pückler wurde in dieser Seepyramide in seinem Branitzer Erbschloss (bei Cottbus) beigesetzt.
Lebt als Blume fort: Diese seerosenblütige Dahlie trägt den Namen „Fürst Pückler“.
Lebt als Blume fort: Diese seerosenblütige Dahlie trägt den Namen „Fürst Pückler“.

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