19 WCs für 14.000 Weihnachtsmarkt-Besucher

Nataliya Dreßler-Herber (46) vom Café am Rosenhof hat den WC-Tourismus satt.
Nataliya Dreßler-Herber (46) vom Café am Rosenhof hat den WC-Tourismus satt.

Chemnitz - Glühwein kommt, Glühwein geht: Doch statt sich auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt erst auf die Suche nach nur zwei öffentlichen Toiletten zu machen, nutzen Weihnachtsmarktbesucher oft lieber eins der anliegenden Restaurants - und das sehr zum Ärger der Betreiber!

„Jeder Zweite, der reinkommt, will nur die Toilette benutzen“, schimpft Nataliya Dreßler-Herber (46) vom „Café am Rosenhof“.

„Der Weihnachtsmarkt ist so groß, aber auf dem Rosenhof steht keine einzige Toilette“, beschwert sich Jannis Arvanitoudis (60) vom Restaurant „Iraklio“.

Einige Besucher pinkeln sogar hinter die Müllcontainer.

Bei Jennifer Neumann (25) bilden sich am WC in der Galerie Roter Turm Schlangen.
Bei Jennifer Neumann (25) bilden sich am WC in der Galerie Roter Turm Schlangen.

„Wir Weihnachtsmarkt-Mitarbeiter haben Absprachen mit den Restaurants, aber für unsere Kunden sollte die Stadt mehr Toiletten aufstellen“, fordert Rudi Keck (54) vom Weingut Stefan Kuntz.

Die Stadt - mit ihren zwei WC-Anlagen - sieht keinen Handlungsbedarf.

„Erfahrungsgemäß ist dieses wichtige Angebot ausreichend, auch an den Wochenenden“, sagt eine Stadtsprecherin zur MOPO.

Wie in den Vorjahren stehen die öffentlichen Toiletten hinter dem Rathaus für 50 Cent zur Verfügung. Doch trotz Wegweisern sind die für Ortsunkundige nicht leicht zu finden.

Hinzu kommt das für den Weihnachtsmarkt aufgestellte Häuschen am Düsseldorfer Platz.

Holger Klapper (44) betreibt eine der beiden öffentlichen Toiletten-Anlagen.
Holger Klapper (44) betreibt eine der beiden öffentlichen Toiletten-Anlagen.

Insgesamt sind das sieben Toiletten für Damen, vier für Herren, sieben Urinale und eine Behindertentoilette - das muss reichen für durchschnittlich 14.000 Besucher am Tag!

Kein Wunder, dass sich vor anderen Toiletten, zum Beispiel im Roten Turm, Schlangen bilden.

Center-Manager Jörg Knöfel (47): „Vor allem an den Wochenenden kommen wir an unsere Kapazitätsgrenzen.“

Fotos: Peter Zschage


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