Festgenommene IS-Kämpferin Linda (16): Kommt sie zurück nach Sachsen?

Das Foto schoss der Onkel einer entführten Jesidin von Linda W. (16) nach deren Festnahme.
Das Foto schoss der Onkel einer entführten Jesidin von Linda W. (16) nach deren Festnahme.

Pulsnitz/Bagdad - Was wird aus Sächsin Linda W. (16)? Das Schulmädchen aus Pulsnitz soll sich vor einem Jahr dem „Islamischen Staat“ angeschlossen haben. Und jetzt in einem unterirdischen Tunnelsystem im umkämpften Mossul von der Irakischen Armee gefangen worden sein.

Ob das ein erster Schritt Richtung Heimat ist, ist aber noch unklar.

„Es gibt aktuell keinen Haftbefehl gegen sie“, klärt Oberstaatsanwalt Lorenz Haase (57) auf. Allerdings gibt es derzeit sowieso kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Irak und Deutschland.

Damit liegt das Schicksal der Gefangenen in der Hand der Diplomaten. „Das Auswärtige Amt steht mit den irakischen Behörden in Kontakt und ist bemüht, rasch substanzielle Auskünfte zu diesen Personen zu erhalten“, heißt es aus der Behörde.

Irakische Soldaten posieren mit der jungen IS-Kämpferin.
Irakische Soldaten posieren mit der jungen IS-Kämpferin.

„Wenn es sich tatsächlich um deutsche Staatsangehörige handeln sollte, so wird ihnen konsularischer Beistand angeboten werden.“

Während zwei gute Freundinnen die Pulsnitzer Schülerin auf Fotos sicher erkennen, bleibt die Lage im Irak unübersichtlich.

Ein Offizier der Armee behauptete am Dienstag, unter den Kämpferinnen wäre niemand jünger als 30. Allerdings kursierten die Bilder der Festnahme zuerst bei Twitter, weil angenommen wurde, dass es sich um eine entführte 14-jährige Jesidin handelt.

Deren Onkel und Vater erkannten sie jedoch nicht wieder. Zumal sie nur einige Worte arabisch, ansonsten aber deutsch spricht.

Sowohl ein irakischer Soldat als auch die Parlamentsabgeordnete Vian Dakhil (42) behaupten dagegen, dass es sich um eine Deutsche handelt, die mit einem Tschetschenen verheiratet sei. Aktuell soll sie sich in Bagdad befinden.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0