35.790 Euro für eine Folge "Pumuckl"? Autorin klagt gegen den BR!

München - Vor dem Landgericht München I streiten sich der Bayerische Rundfunk und eine Drehbuchautorin um den Pumuckl.

Der BR wäre bereit, 3068 Euro für die Episode zu bezahlen. (Archiv)
Der BR wäre bereit, 3068 Euro für die Episode zu bezahlen. (Archiv)  © ARD dpa/lby

Genauer gesagt um eine Folge der Serie "Pumuckls Abenteuer" mit dem Titel "Pumuckls neues Heim" aus dem Jahr 1999.

Die Episode wurde im April 2019 zweimal ausgestrahlt. Deswegen hat die Drehbuchautorin den Bayerischen Rundfunk (BR) verklagt. Sie geht davon aus, dass der Sender kein Ausstrahlungsrecht mehr hatte.

Der BR sieht das anders. "Grundsätzlich strahlen wir als BR Produktionen nur aus, wenn wir der Meinung sind, dass uns dafür auch alle urheberrechtlichen Nutzungsrechte vorliegen", betonte eine Sprecherin des Senders auf Anfrage.

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Der Grund für die entgegengesetzten Auffassungen ist nach Gerichtsangaben, dass die Parteien eine zum ursprünglichen Vertrag geschlossene Zusatzvereinbarung aus dem Jahr 2000 verschieden auslegen. Die Drehbuchautorin fordert Schadenersatz in Höhe von 35.790 Euro plus Zinsen.

Der BR ist dem Gericht zufolge bereit, 3068 Euro zu zahlen. Um die Differenz wird nun am Donnerstag vor dem Landgericht weiter gestritten.

Update 16.40 Uhr: Kein Vergleich im Rechtsstreit um Pumuckl

Im Rechtsstreit zwischen dem Bayerischen Rundfunk und einer Drehbuchautorin um eine Pumuckl-Folge ist ein angestrebter Vergleich gescheitert. Das Landgericht München I schlug in der Verhandlung am Donnerstag als finanzielle Lösung vor: 6000 Euro für eine Folge und insgesamt 30 000 Euro für alle fünf Folgen der Drehbuchautorin.

Die Frau lehnte das Angebot aber ab. Sie fordert allein für die strittige ausgestrahlte Folge einen Schadenersatz in Höhe von 35 790 Euro plus Zinsen. Sie geht davon aus, dass der Sender kein Ausstrahlungsrecht mehr hatte.

Der BR hingegen ist der Auffassung, dass die Nutzungsrechte weiterhin bestehen, weshalb die Ausstrahlung der Folge gerechtfertigt war und die Autorin nur Anrecht auf ein Wiederholungshonorar habe.

Das Urteil soll am 12. März bekanntgegeben werden.

Im Streit geht es um 35.790 Euro plus Zinsen. (Symbolbild)
Im Streit geht es um 35.790 Euro plus Zinsen. (Symbolbild)  © 123Rf/olegdudko

Titelfoto: Montage: 123rf/olegdudko, ARD/dpa/lby

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