Nach dem Putschversuch: 8000 Polizisten suspendiert

Istanbul - Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat das Innenministerium zu einem weiteren Kahlschlag ausgeholt.
Nachdem vergangene Woche bereits über 2700 Richter aus ihren Ämtern entlassen wurden, geht es nun der Polizei an den (beruflichen) Kragen.
Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden 8777 Staatsangestellte vom Dienst suspendiert, darunter 7899 Polizisten.
Die restlichen Entlassungen betrafen Angstellte der Gendarmerie oder der Küstenwache.
Die nach der bzw. während der Niederschlagung des Putschversuches festgenommenen 3000 Streitkräfte zählen nicht dazu, müssen extra gewertet werden.
Doch die Suspendierung von 8000 Polizisten ist nicht die einzige Konsequenz des Putsches. Recep Tayyip Erdoğan (62) Präsident der Türkei, spielt mit dem Gedanken die Todesstrafe wieder einzuführen.
Beim EU-Außenministertreffen in Brüssel zeigen sich Teilnehmer tief besorgt. Die Bundesregierung schloss eine Aufnahme der Türkei in die EU aus, sollte Ankara die Todesstrafe wieder einführen.
Nun äußerte sich auch die Bundesregierung zu diesem fraghaften Vorstoß.
Foto: dpa/Marius Becker (1)