HSV-Chef kommt Fans entgegen: Ist Pyro-Technik im Stadion bald legal?

Hamburg - Für viele Fans gehört Pyro-Technik zum Fußball, dabei ist der Einsatz in Stadien verboten. Nun hat sich Bernd Hoffmann, Clubchef beim Zweitligisten Hamburger SV, für einen veränderten Umgang mit der Problematik ausgesprochen.

Dresdner Fans zünden beim Spiel HSV gegen Dynamo Pyrotechnik im Volksparkstadion.
Dresdner Fans zünden beim Spiel HSV gegen Dynamo Pyrotechnik im Volksparkstadion.  © dpa/Christian Charisius

"Klar ist, dass wir einen anderen Umgang mit der Thematik brauchen als bisher", sagte Hoffmann dem Hamburger Abendblatt.

"Die einfache Sanktionierung von Pyro-Vergehen hat bislang zu keinem besseren Umgang mit der Thematik geführt – ganz im Gegenteil."

Zuletzt war am Montagabend beim Zweitliga-Spiel der Hamburger gegen Dynamo Dresden von den Gäste-Fans jede Menge Pyro-Technik eingesetzt worden.

Um das unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerk zu verhindern, wollen die HSV-Verantwortlichen nun ergebnisoffen über ein kontrolliertes Abbrennen nachdenken.

"Wir wollen mit allen Parteien einen neuen Dialog zum Thema Pyro-Technik suchen", sagte Hoffmann.

Bernd Hoffmann ist Vorstandsvorsitzender des HSV und bringt ein Ende des Pyro-Verbots ins Spiel.
Bernd Hoffmann ist Vorstandsvorsitzender des HSV und bringt ein Ende des Pyro-Verbots ins Spiel.  © dpa/Markus Scholz

Zusammen mit Hamburgs Fanbeauftragten Cornelius Göbel hat der Clubchef bereits im Dezember und Januar erste Gesprächsrunden mit den Beteiligten absolviert.

"Wenn man bedenkt, dass es Pyro seit 20 oder sogar 30 Jahren regelmäßig in deutschen Stadien gibt, dann muss man eingestehen, dass Pyro mittlerweile ein Teil deutscher Fankultur ist. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist nun mal so", sagte Göbel.

Hoffmann stellte fest: "Wenn man sich eingesteht, dass Pyro ein Teil der Fankultur ist, und das haben wir, dann muss man zumindest über alternative Lösungen ernsthaft nachdenken. Selbstverständlich gemeinsam mit allen Beteiligten wie der aktiven Fanszene, aber auch der Feuerwehr, der Polizei, der Stadt und dem Verband. Aus unserer Sicht ist diese Diskussion überfällig."

Update, 16:20 Uhr:

Der HSV-Fanbeauftragte Cornelius Göbel bekräftige am Nachmittag noch einmal, dass der ganze Prozess erst am Anfang stehe. Aus seiner Sicht sei der derzeitige Umgang mit der Thematik nicht mehr umsetzbar.

"Es sind neue Wege nötig und die gehen nur über einen Dialog", sagte er, stellte aber auch klar: "Wir dürfen das höchste Gut, die Stadionsicherheit, nicht gefährden."

Zum Umgang mit kalter Pyrotechnik, wie sie von Dänemarks Spitzenclub Bröndby Kopenhagen genutzt wird, hat der 35-Jährige eine ganz eigene Meinung. "Es ist der richtige Ansatz, mit 230 Grad aber immer noch sehr heiß und sie kann zu Verletzungen führen", erklärte er.

Nach seiner Auskunft hat es bereits Gespräche mit der Polizei gegeben, welche mit der Feuerwehr sollen nun folgen.

Problematisch sei in erster Linie aber auch die Gesetzeslage. "Es ist immer noch eine Straftat", sagte Göbel. Erst einmal sei es aber wichtig, alle Parteien an einen Tisch zu bekommen.

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