Teenagerin enthüllt bittere Wahrheit, die sich in diesem Bild verbirgt

Queensland (Australien) - Mit diesem Foto will Annie Jones (19) aus Australien ein neues Bewusstsein schaffen.

Auf diesem Bild ist etwas fake.
Auf diesem Bild ist etwas fake.  © Facebook/Screenshot/no more fake smiles

Die Aufnahme entstand vor etwa sechs Jahren am Strand von Queensland und zeigt Jones als Dreizehnjährige. Doch wer genau hinsieht, kann erkennen, dass hier etwas nicht stimmt. Es ist das Lächeln der Teenagerin, das sie heute selbst als "fake" bezeichnet.

Die Australierin trug damals nämlich ein bitteres Geheimnis mit sich herum: Ihr Stiefvater missbrauchte und vergewaltigte sie in der Zeit, berichtet sie in einem neuen Interview mit "7news". Ihre Art, mit dem Missbrauch umzugehen, bestand darin, fake zu sein.

"Ich trug jeden Tag ein falsches Lächeln", so die heute 19-Jährige in dem Interview. Sie beschrieb darin, wie "krank" ihr Leben damals war. Nachts vergewaltigte sie ihr Stiefvater und am nächsten Morgen ging sie in die Schule, als sei nichts passiert.

Jones erzählte, dass sie ihren Stiefvater einst geliebt habe und dachte, er habe sie auch geliebt. Aber als sie älter wurde, begann sie sich in seiner Nähe unwohl zu fühlen.

No More Fake Smiles: Annie Jones ruft Wohltätigkeitsorganisation ins Leben

Annie Jones im Alter von 15 Jahren mit ihrem Stiefvater.
Annie Jones im Alter von 15 Jahren mit ihrem Stiefvater.  © Facebook/Screenshot/no more fake smiles

Als ihr Stiefvater sie zum ersten Mal missbrauchte, handelte es sich um "kleinere Sachen", die sich jedoch später zu kompletten Vergewaltigungen entwickelten.

Annie Jones ließ den Missbrauch ihres Stiefvaters über sich ergehen, weil sie nicht wollte, dass ihre Familie daran zerbricht. Aber die Wahrheit kam heraus, als sie mit einem Knutschfleck im Nacken erwischt wurde, nachdem sie sich mit einem Freund zu einem Festival hinausgeschlichen hatte.

Als ihre Eltern sie beschimpften, verlor die Jugendliche die Beherrschung und brüllte ihren Stiefvater an, dass es nichts gewesen sei, im Vergleich zu dem, was er ihr angetan hatte. Die Wahrheit kam so ans Licht und Jones sah sich mit einem drei Jahre andauernden Gerichts-Marathon konfrontiert.

Ihr Stiefvater wanderte am Ende für 17 Jahre ins Gefängnis. Doch nachdem Annie Jones jahrelang ihre Schmerzen versteckt und das Geheimnis bewahrt hatte, forderte die Tortur schließlich ihren Tribut - schwer gezeichnet landete sie in der Psychiatrie.

Annie Jones will anderen helfen

Annie Jones (19) auf einem Instagram-Video.
Annie Jones (19) auf einem Instagram-Video.  © Instagram/Screenshot/nomorefakesmiles_

Während sie in der Einrichtung war, hatte sie die Idee, eine Wohltätigkeitsorganisation zu gründen, die missbrauchte Kinder unterstützt und ihrem stillen Leiden ein Ende setzt.

Über ihr Fake-Lächeln sagte sie: "Ich habe es jeden Tag getragen ... Ich habe dieses falsche Lächeln so gut getragen, dass niemand jemals vermutet hat, was vor sich ging."

"No More Fake Smiles" (dt. Kein Fake-Lächeln mehr) heißt die Organisation, die mittlerweile auf vielen gängigen Portalen, wie Facebook, Twitter und Instagram zu finden ist. Außerdem können die Menschen Geld spenden auf einer eingerichteten "GoFundMe"-Seite.

"Ich versuche, Bewusstsein zu schaffen, weil ich mir überhaupt nicht bewusst war und mich so allein fühlte, als ich so jung war", sagte Jones.

Bleibt zu hoffen, dass die junge Frau ihre Ziele umsetzen und anderen Opfern helfen kann.

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