Microsoft sagt "Rachepornos" den Kampf an!

Rache-Pornos sind ein Problem, das sich zunehmend im Internet verbreitet.
Rache-Pornos sind ein Problem, das sich zunehmend im Internet verbreitet.

Berlin/New York – Erst kürzlich wurde der US-Rapper 50 Cent wegen eines „Rachepornos“ von Lastonia Leviston (36) verklagt. Fünf Millionen Dollar Schadensersatz muss er zahlen, weil er ein Sexvideo von Leviston ohne ihr Einwilligung ins Netz stellte.

Sogenannte „Rachepornos“ tauchen immer häufiger im Internet auf und das Netz bietet zahlreiche Möglichkeiten, solche persönlichen Rachefeldzüge anonym auszuüben.

Nun hat der Computerkonzern Microsoft diesen Filmchen den Kampf angesagt. Und zwar mit einer eigens eingerichteten Website, auf der sich Opfer melden können. Der Konzern möchte so die Links zu den anzüglichen Bildern oder Videos schneller aus dem Netz tilgen.

Google und Twitter haben bereits ähnliche Initiativen angekündigt.

Opfer können sich direkt bei Microsoft melden. (Symbolbild)
Opfer können sich direkt bei Microsoft melden. (Symbolbild)

"Leider sind Rachepornos rund um die Welt auf dem Vormarsch", schreibt die Microsoft-Managerin Jacqueline Beauchere im Firmenblog.

Die Folgen können für die Betroffenen "wahrhaft zerstörerisch" sein und reichen von beruflichen Problemen bis zum Suizid.

In Kalifornien ist bereits 2013 ein sogenanntes „Anti-Racheporno-Gesetz“ in Kraft. Das Veröffentlichen von Nacktaufnahmen einer Person ohne dessen ausdrückliche Genehmigung ist damit strafbar.

Zuvor hatte sich die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) gegen das Gesetz gestellt, da sie das Recht auf freie Meinungsäußerung gefährdet sah.

Ähnliche Bedenken hatten auch die US-Staaten Florida und Missouri und dort ein entsprechendes Gesetz verhindert.

18 Jahre Haft für Mr. „Racheporno“

Wurde im April in den USA verurteilt:  Kevin B. (28).
Wurde im April in den USA verurteilt: Kevin B. (28).

Erst Anfang dieses Jahres wurde in den USA erstmalig jemand wegen eines derartigen Deliktes strafrechtlich verfolgt. Der US-Bürger Kevin B. (28) ist für 18 Jahre hinter Gitter, weil er tausendfach pornografische Fotos auf seiner „Racheporno“-Website veröffentlichte.

B. hatte zwei Websites betrieben. Auf ugotposted.com veröffentlichte er intime Fotos von Männern und Frauen, die deren frühere Partner bereitstellten – und das samt Name, Wohnort, Alter und Link zum Facebook-Profil.

Und als wäre das nicht perfide genug, bot B. den Opfern unter changemyreputation.com gegen 350 Dollar an, ihre Fotos von der Website zu löschen. So soll er rund 30.000 Dollar verdient haben.

Eine Betroffene sagte, ihr falle es schwer, den Website-Betreiber als "menschliches Wesen" zu betrachten. Er habe ihr Leben zerstört.

Auch in England und Wales wurden im Frühjahr 2015 Gesetze gegen „Rachepornos“ erlassen. Bis zu zwei Jahre Haft drohen hier.

Zwar gibt es in Deutschland kein vergleichbares Gesetz, das explizit den Straftatbestand „Rachepornos“ auflistet.

Allerdings finden hier andere Gesetze Anwendung: So wird in Deutschland die Veröffentlichung von „Rachpornos“ als schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts angesehen, aus der sich ein Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch ableitet.

Die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches wird hier mit bis zu zwei Jahren geahndet.

Fotos: dpa, imago


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