Fälschte Bauleiter Gutachten, um Billigbeton zu verbauen?

Bauleiter Gunther H. (37, hinten) muss sich wegen Urkundenfälschung vor Gericht verantworten.
Bauleiter Gunther H. (37, hinten) muss sich wegen Urkundenfälschung vor Gericht verantworten.

Von Eric Hofmann

Dresden - Sollte da etwa Pfusch versteckt werden? 2012 ließ die Stadt Radeberg rund um die Mittelschule im Ortsteil Lotzdorf kräftig bauen, auch ein neuer Parkplatz kam dazu.

Doch jetzt steht der Bauleiter Gunther H. (37) vor dem Dresdner Amtsgericht: Er soll das Zertifikat für den Beton gefälscht haben.

Irgendwie kam der Architektin Cornelia R. (43) der Beton komisch vor: "Da war sehr viel Plastik und Metall drin", sagte sie. "Deshalb habe ich ein Zertifikat angefordert."

Dieses schickte Bauleiter Gunther H. auch per Fax. Allerdings hatte die Architektin Nachfragen und rief bei der Firma an, die die Urkunde ausgestellt haben sollte. Dabei kam heraus, dass diese das nie getan hatte.

Susanne H., deren Unterschrift auf dem Dokument prangte: "Das ist schon meine Unterschrift", sagte die Mineralogin. "Aber ich habe das nie unterschrieben! Es sind so viele Fehler darin, das wäre bei uns so nicht rausgegangen."

Eine weitere Unterschrift stammt von einer Frau, die gar nicht mehr bei der Firma arbeitete. Auch Kerstin L. (53), die die Betonproben entnommen haben soll, beteuert, nichts damit zu tun zu haben.

Der Angeklagte selbst schweigt zu den Vorwürfen, auch wurde nie das Original zu dem gefälschten Dokument gefunden. Der Beton befindet sich weiterhin unter dem Parkplatz. Der Prozess wird fortgesetzt.

Foto: Christian Suhrbier


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