Weißbauchigel ausgesetzt! Retter kämpften um sein Leben

Radebeul - Das macht die Igel-Pfleger in Radebeul fassungslos! Auf einer Wiese in Dresden wurde ein Afrikanischer Weißbauchigel entdeckt. Er wurde offenbar ausgesetzt, was einem Todesurteil gleichkommt. Denn Frost ist lebensbedrohlich für den exotischen Stachler.

Behutsam nimmt Vereins-Chefin Cornelia Schicke (56) ihren außergewöhnlichen Gast in die Hände.
Behutsam nimmt Vereins-Chefin Cornelia Schicke (56) ihren außergewöhnlichen Gast in die Hände.  © Holm Helis

Die exotische Art stammt aus Nordafrika, lebt in freier Natur in Buschlandschaften und Savanne. Afrikanische Weißbauchigel halten nicht mal Winterschlaf.

In unseren Gefilden können sie als Haustier im geräumigen Terrarium gehalten werden, brauchen tagsüber 25 Grad, nachts wenigstens 18 Grad.

"Wer ist so verantwortungslos und setzt ein exotisches Wildtier bei Frost in einer lebensfeindlichen Umgebung aus?", ärgert sich Kerstin Seifert (45) von der Igelhilfe Radebeul.

Spaziergänger entdeckten den schmächtigen Stachler (205 Gramm) auf einer Niedersedlitzer Wiese, jetzt kann sich "Caspar" bei den Igel-Pflegern von den Strapazen erholen. "Wir gehen von einem Weihnachtsgeschenk aus", so Seifert. "Scheinbar war dem Halter dann die anspruchsvolle Pflege zu aufwendig. Der Igel wurde entsorgt, sein Tod billigend in Kauf genommen."

Ein Tierarzt wird den Exoten nun untersuchen, das Ordnungsamt über den Fund informiert. Erste Anfragen von Igel-Freunden, die "Caspar" aufnehmen wollen, erreichten die Igelhilfe bereits.

Einfach knuffig: Dieser exotische Weißbauchigel wurde jetzt bei kühlen Temperaturen in Dresden ausgesetzt.
Einfach knuffig: Dieser exotische Weißbauchigel wurde jetzt bei kühlen Temperaturen in Dresden ausgesetzt.  © Holm Helis

Titelfoto: Holm Helis

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