Ein "letztes Lied" sagt mehr als Worte: Trauermusiker brauchen ein besonderes Gespür

Radebeul - Wenn ein geliebter Mensch stirbt, fehlen den Angehörigen oftmals die Worte, um ihre Emotionen auszudrücken.

Takt ist ihr Geschäft - in jeder Hinsicht! Die Trauermusiker Janina (32) und Christopher Uschner (36) auf dem Friedhof in Reichenberg.
Takt ist ihr Geschäft - in jeder Hinsicht! Die Trauermusiker Janina (32) und Christopher Uschner (36) auf dem Friedhof in Reichenberg.  © Petra Hornig

Wenn der Kloß im Hals zu dick ist, können Trauerlieder helfen, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, neue Hoffnung zu schöpfen. Das Ehepaar Uschner aus Radebeul hilft Hinterbliebenen, den richtigen Ton für eine Trauerfeier zu finden.

"Das Wichtigste ist, dass die Musik die Schwere der Situation nicht noch zusätzlich verstärkt, sondern vielmehr Trost verleiht", sagt Janina Uschner.

Zusammen mit ihrem Mann Christoph (36), einem klassisch ausgebildeten Cellisten, organisiert die 32-jährige Theologin die musikalische Untermalung für Bestattungen - sowohl kirchliche als auch weltliche.

"Wir beraten die Angehörigen und gehen auf ihre ganz speziellen Wünsche ein." Die "letzten Lieder" sollten Stücke sein, die Mut machen und nach vorne schauen lassen.

Wenn gewünscht, begleitet Janina ihren Mann mit Gesang oder einer Trauerrede. Andernfalls werden auch gerne Streicher-Kollegen von Christoph Uschner hinzugezogen.

Am Sarg wird nicht nur Klassisches gespielt

Am Sarg wird dann aber nicht nur Klassisches gespielt: "Im vergangenen Jahr war ein Song von den Toten Hosen gewünscht", so Uschner. Exklusive Kundenwünsche waren außerdem "Merci Cherie" von Udo Jürgens oder "Ohne dich" von Rammstein.

Die Trauer der Hinterbliebenen geht an Familie Uschner natürlich auch nicht spurlos vorbei. "Vor einigen Jahren habe ich die Beerdigung eines kleinen Kindes begleitet - das geht mir noch heute sehr nahe."

Als Cellist bevorzugt es Christoph Uschner, seine Musik in der Empore der Kapelle oder Kirche zu spielen. "So gibt er der Musik genug Raum, ohne dabei direkt in die Trauer zu sehen."

Die Top 10 der "letzten Lieder"

Eine Studie des Portals Bestattungen.de stellt jährlich die Top-Hits auf Trauerfeiern vor. Hier sind sie:

1. Ave Maria – Franz Schubert

2. Amoi seg‘ ma uns wieder – Andreas Gabalier

3. Air Suite Nr. 3 – Johann Sebastian Bach

4. Time To Say Goodybe – Sarah Brightman

5. Die Rose – Helene Fischer

6. My Way – Frank Sinatra

7. So nimm denn meine Hände – Jörg-Peter Weigle

8. Träumerei – Robert Schumann

9. Hallelujah – Leonard Cohen

10. See You Again – Wiz Khalifa feat. Charlie Puth

Am heutigen Totensonntag werden Sachsens Friedhöfe wieder gut besucht.
Am heutigen Totensonntag werden Sachsens Friedhöfe wieder gut besucht.  © Petra Hornig

Titelfoto: Petra Hornig

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0